Donnerstag, 14. Dezember 2017
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12 Oktober 2017 | 10:59

Trendumkehr in den vorläufigen Entgelten

Die Entgelte auf Verteilnetzebene scheinen dieses Jahr erstmals zu sinken, belegen erste Hochrechnungen des Dienstleisters Enet.

Bis zum 15. Oktober müssen die Verteilnetzbetreiber ihre (vorläufigen) Netzentgelte veröffentlichen, zusätzlich geben die Übertragungs­netz­betreiber die Höhe der gesetzlichen Umlagen und Abgaben bekannt. Nachdem die Entwicklung der Stromnetzentgelte in den vergangenen Jahren nur eine Richtung kannte, deutet sich für 2018 eine überraschende Trendwende an, berichtet der Dienstleister Enet. "Unabhängig vom Abnahmefall scheinen die Durchleitungskosten nach dem jetzigen Stand durchweg zu sinken."

Bislang wurden die Entgelte für 8438 Postleitzahl-Ort-Netz-Kombinationen und somit 58,3 Prozent der bundesdeutschen Fläche veröffentlicht und in der  Datenbank abgebildet, erläutert das Unternehmen. Ein Singlehaushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 kWh werde demnach mit -3,4 Prozent noch am wenigsten entlastet und zahlt im nächsten Jahr durchschnittlich 164,93 Euro Durchleitungsgebühren. Ein Familienhaushalt mit 4000 kWh Verbrauch erfahre eine Senkungen von -6,8 Prozent auf 324,45 Euro. Ein Gewerbebetrieb mit 40 000 kWh ohne Leistungsmessung spare sogar 9,7 Prozent.

Trotz steigender ÜNB-Entgelte

Diese Entwicklung sei insofern überraschend, als drei der vier Übertragungsnetzbetreiber bereits Ende September steigende Entgelte veröffentlicht hatten, die üblicherweise auf die Verteilnetzebene gewälzt werden. "Doch die bislang veröffentlichten Verteilnetzentgelte korrelieren nicht grundsätzlich mit der Entwicklung in den Regelzonen", so Enet.

Am Beispiel eines durchschnittlichen Haushalts mit einem Verbrauch von 2900 kWh im Jahr werden nach jetzigem Stand 2018 rund 8,8 ct/kWh spezifischer Arbeitspreis und damit sechs Prozent geringere Entgelte fällig (Werte nach Netzgröße gewichtet), erklärt Enet. Starke Senkungen nehmen demnach die E.DIS Netz (-18,3 Prozent), Wesernetz Bremen (-16,9 Prozent) und TEN Thüringer Energienetze (-9,7 Prozent) vor. Weitere nennenswerte Senkungen finden sich bei Bayernwerk Netz (-7,5 Prozent), Avacon (-7,3 Prozent), Wemag Netz (-6,7 Prozent) und LEW Verteilnetz (-6,3 Prozent).

Starker Anstieg bei KWH Netz

Teils starke Aufschläge erwarten den Musterhaushalt dagegen in den Netzen der KWH Netz (+13,1 Prozent), Netze BW (+10 Prozent), Enervie (+6,6 Prozent) und Westnetz (+2,5 Prozent). Insgesamt liegt der Anteil der erfassten Postorte mit sinkenden Entgelten jedoch bei über 70 Prozent.

Es bleibt spannend, ob sich dieser Trend in den folgenden Veröffentlichungen bestätigt und auch noch zum Jahreswechsel in den endgültigen Entgelten niederschlägt. Ob sich in den Verteilnetzentgelten im Gas möglicherweise ein ähnlicher Trend abzeichnet, wird Enet nächste Woche verkünden. (al)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.