Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
20 April 2017 | 11:00

Windräder mitten im Industriehafen

Das Klärwerk Köhlbrandhöft arbeitet bereits mit Windkraftanlagen und erreicht dadurch Energieautarkie., Bild: Joerg Boethling
Bild: Joerg Boethling
Das Klärwerk Köhlbrandhöft arbeitet bereits mit Windkraftanlagen und erreicht dadurch Energieautarkie.
Während andere Unternehmen Windenergieanlagen auf der grünen Wiese errichten, baut Hamburg Energie Windkraft innerstädtisch auf.

Hamburg Energie wird in diesem Jahr sechs neue Windenergieanlagen im Hamburger Hafen errichten. Geschäftsführer Michael Beckereit: "Die Energiewende in Deutschland findet häufig auf der grünen Wiese statt. Wir können Energiewende auch mitten in der Stadt." Mit den sechs neuen Windrädern wächst der Hafenwindpark von Hamburg Energie auf insgesamt elf Anlagen. "Wir werden dann über 50 Prozent des Strombedarfs unserer gut 100 000 Kunden in eigenen regenerativen Anlagen erzeugen", so Beckereit.

Drei der neuen Anlagen wurden auf dem Gelände der Aluminiumhütte von Trimet Aluminium SE in Altenwerder errichtet und bereits im Februar in Betrieb genommen. Der besondere Standort erforderte umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. So sind die Windkraftanlagen für den Fall eines Brandes mit zwei Erkennungssystemen ausgestattet. Außerdem wurden umfassende Maßnahmen zum Schutz vor Eisabwurf integriert.

Größer als die Elbphilharmonie

Mit einer Gesamthöhe von 199 Metern vom Boden bis zur Flügelspitze zählen die drei Windkraftanlagen bei Trimet zu den größten in Hamburg. Zum Vergleich: Der Durchmesser des Rotors ist größer als die Elbphilharmonie hoch ist, wobei die Rotorfläche der Größe eines Fußballfelds entspricht. Zusammen produzieren sie 28 Mio. kWh pro Jahr.

Hamburg Energie baut zudem drei weitere Windräder auf dem Gelände des Stahlwerks Arcelor-Mittal in Waltershof. Ende April beginnt die Tiefgründung und das Ausheben der Baugruben für die drei Windkraftanlagen. "Wir gehen davon aus, dass mit den drei geplanten Nordex-­Anlagen insgesamt etwa 23 Mio. kWh im Jahr erzeugt werden", erklärt Projektleiter Kimmo Palmu.

Autarkes Klärwerk

Bereits 2011 hat Hamburg Wasser das selbst gesteckte Ziel eines energieautarken Klärwerks erreicht, indem die letzte Lücke in der Energieversorgung mit Hilfe der Windenergie geschlossen wurde. Auf dem Gelände des Klärwerks Dradenau wurden 2010 zwei Windkraftanlagen gebaut; vier Jahre später kam die dritte Anlage im Klärwerk Köhlbrandhöft dazu. Das Klärwerk ist mit einem Stromverbrauch von etwa 80 GWh pro Jahr der größte Verbraucher im Konzern Hamburg Wasser. In wirtschaftlicher Hinsicht rentieren sich die umgesetzten Projekte schnell. Selbst wenn man die Betriebs-­ und Kapitalkosten der neuen Erzeugungsanlagen einbezieht, haben sich die Gesamtkosten für die Energieversorgung des Klärwerks innerhalb weniger Jahre nahezu halbiert. (al)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.