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17 Juli 2017 | 10:40

Zweiter Batteriespeicher am Netz

Der neue Batteriespeicher in Schwerin ist fertig. Der Vorsteher des Kommunalen Anteilseignerverbandes der Wemag (v.l.), Michael Ankermann,  Vorstand Caspar Baumgart, der Referatsleiter im Energieministerium Dr. Steffen Lindemann und Schwerins Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum beim Rundgang mit Batteriespeicher-Geschäftsführer Tobias Struck., Bild: Stephan Rudolph-Kramer
Bild: Stephan Rudolph-Kramer
Der neue Batteriespeicher in Schwerin ist fertig. Der Vorsteher des Kommunalen Anteilseignerverbandes der Wemag (v.l.), Michael Ankermann, Vorstand Caspar Baumgart, der Referatsleiter im Energieministerium Dr. Steffen Lindemann und Schwerins Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum beim Rundgang mit Batteriespeicher-Geschäftsführer Tobias Struck.
Die Wemag ergänzt sein bestehendes Speicherkraftwerk von fünf MW um weitere zehn MW. Zur Zeit wird ein Schwarzstart-Konzept entwickelt.

Die Wemag hat in Schwerin das zweite Batteriespeicherkraftwerk offiziell in Betrieb genommen. Das neue Kraftwerk liefert eine Leistung von zehn MW und ist damit doppelt so leistungskräftig wie das im Juli 2014 ans Netz gegangene erste Batteriespeicherkraftwerk mit fünf MW, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Das Kraftwerk wurde überwiegend in Eigenleistung erstellt. Wemag-Vorstand Caspar Baumgart: "Wir wollen unsere Innovationskraft auf dem Gebiet des Speicherbaus unterstreichen und anderen Marktteilnehmern dieses Know-how anbieten." So sollen den Kunden künftig komplette Speichersysteme schlüsselfertig angeboten werden. Der Energieversorger mit Stammsitz in Schwerin hat in das Batteriespeicherkraftwerk Schwerin 2 etwa 5,2 Mio. Euro investiert.

53 444 Lithium-Ionen-Akkus im Einsatz

"Mit der Inbetriebnahme von Schwerin 2 hat sich die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeicherkraftwerks auf 15 Megawattstunden verdreifacht", erklärte Tobias Struck, Geschäftsführer der Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG. Die präqualifizierte Leistung von insgesamt zehn MW wird über einen technischen Verbund aus 53 444 Lithium-Ionen-Akkus in 215 Batterieschränken, 18 Wechselrichtern, neun Transformatoren und einer Mittelspannungsanlage bereitgestellt.

Zur Refinanzierung wird die vom Übertragungsnetzbetreiber präqualifizierte Leistung des Batteriespeichers in Höhe von zehn MW am Primärregelleistungsmarkt angeboten. In wöchentlichen Auktionen werden die Preise für die Bereitstellung der notwendigen Regelleistung von 575 MW für Deutschland ermittelt. Seit der Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerks Schwerin 1 konnte die Anlage 127 Mal vermarktet werden und hat davon 123 Zuschläge erhalten.

Schwarzstart-Fähigkeit wird getestet

Der Batteriespeicher hat in erster Linie die Aufgabe, bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen das Stromnetz zu stabilisieren. Darüber hinaus soll der stationäre Großspeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen im elektrischen Versorgungsnetz sorgen. Vor diesem Hintergrund soll derzeit ein innovatives Schwarzstart-Konzept unter dem Titel "Kickstarter" zur Marktreife gebracht werden, erläutert die Wemag. Es wird von einem Konsortium bestehend aus der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG, dem Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung der Universität Rostock, der Wemag AG und der Younicos AG realisiert sowie von der Förderinitiative "Zukunftsfähige Stromnetze" des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. (al)

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im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.