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10 Mai 2016 | 10:40

EWI: Kohleausstieg würde 72 Milliarden kosten

Über das Kraftwerk Datteln geht langsam die Sonne unter..., Bild: 	Carsten Plein  / pixelio.de
Bild: Carsten Plein / pixelio.de
Über das Kraftwerk Datteln geht langsam die Sonne unter...
Ein vorzeitiges und einseitiges Abschalten der deutschen Kohlekraftwerke würde 859 Mio. Tonnen CO2 sparen, aber europaweit nichts, meint EWI ER & S.

Die EWI Energy Research & Scenarios gGmbH, eine Einrichtung im Dunstkreis des Energiewirtschaftlichen Instituts der Uni Köln, hat sich in die nationale Debatte um eine vorzeitige Abschaltung der Braun- und Steinkohlekraftwerke eingeklinkt: Sie macht in einer gestern vorgelegten Studie eine klimapolitische Kosten-Nutzen-Rechnung auf.

Die fällt erwartungsgemäß verheerend aus: Demnach würde die vorzeitige Stilllegung allein in Deutschland bei gleichzeitiger Entwertung dazugehöriger CO2-Ausstoßrechte bis 2040, für die die Denkfabrik Agora Energiewende in Kooperation mit der Unternehmensberatung Enervis im Januar ein Konzept vorgestellt hatte, im Vergleich zu einem Auslaufenlassen der Blöcke nach ihrer üblichen Lebensdauer zwar in Deutschland zwischen 2020 und 2045  859 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Diese Reduktion allein würde sich so aber europaweit auf Null nivellieren, meint Studienleiter und EWI-R&S-Geschäftsführer Dr. Harald Hecking. Das Erzeugungsloch, das die deutschen Kohlemeiler hinterließen, würde gefüllt durch Gaskraftwerke, verringerte Stromausfuhren aus Deutschland und vermehrte Importe.

Einzig die Stilllegung von CO2-Ausstoßrechten reduziert nach Auffassung der Studienautoren die Emission dieses Treibhausgases tatsächlich. Sie betrage zwischen 2020 und 2045 rund 634 Mio. Tonnen.

Kombiniert man beide klimapolitischen Maßnahmen miteinander, würde dies die europäischen Endkunden und die Kraftwerksbetreiber insgesamt 72 Mrd. Euro mehr kosten, so EWI R&S. Die Großhandels-Strompreise würden um bis zu 1,80 Euro/MWh steigen; die Vermeidungskosten pro Tonne CO2 beliefen sich auf im Schnitt 113 Euro. Die volkswirtschaftlichen Folgen eines deutschen Kohleausstiegs seien dabei noch gar nicht genau genug erforscht.

Harald Hecking: "Mit der nun vorliegenden Untersuchung machen wir wichtige Wechselwirkungen sichtbar und kleben ein Preisschild an die Diskussion." (geo)

(Hier externer Link zur vollständigen EWI-R&S-Studie)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.