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18 Mai 2015 | 09:16

Ja zur Trasse – aber nicht in Bayern

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) setzt in einem neuen Vorschlag möglichst auf Bestandstrassen bei Suedlink, außerhalb des Freistaats.

Ein bisschen würde Bayern dennoch von Suedlink betroffen sein, nämlich dann, wenn es zu einer Abzweigung zum bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen bei Ausgburg kommt. Ansonsten würde die geplante Trasse auf baden-württembergischen Boden verlaufen. Dies sieht eine fünfseitige Stellungnahme der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner vor. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll der Korridor möglichst weitgehend über Bestandstrassen verlaufen. Um "ein Übermaß an infrastruktureller Belastung" zu vermeiden, soll die Trasse nach Westen verschoben werden. Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld bei Würzburg würde demnach ausfallen. Die Leitung würde stattdessen nach Gundremmingen führen.

In Hessen und Baden-Württemberg ist die Empörung groß. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte dem Blatt zufolge, man werde keine Trassenverlagerung gegen hessische Interessen zulassen. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nannte Aigners Pläne einen "wahnwitzigen Vorschlag", der nicht einen Hauch einer Realisierungschance habe.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) warnte indes vor massiven Verzögerungen beim Bau der Leitung. Diesen zeitlichen Umweg könne man sich schlichtweg "nicht leisten", zitiert die "SZ" den Minister.

Zudem drohe Bayern indirekt damit, dass man derzeit den Landesentwicklungsplan fortschreibe und die Behörden dann künftig "besonders schutzwürdige Bereiche" festlegen, die vom Bau für HGÜ-Leitungen freizuhalten sind.

Offener zeigte sich der Freistaat gegenüber der umstrittenen "Süd-Ost-Passage", die von Sachsen-Anhalt nach Bayern entlang läuft. Zwar soll es hier auch Änderungen geben, etwa, dass die Leitung nicht mehr bis nach Gundremmingen führt. Hingegen biete sich das Atomkraftwerk Isar im niederbayerischen Landshut als Endpunkt der Trasse an, zitiert das Blatt aus der Stellungnahme. Die Leitung würde dann von Oberfranken durch die Oberpfalz führen. (sg)


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