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22 Juni 2017 | 09:41

Vierte Säule der Energiewende nicht ausbremsen

Moderator Joffrey Streit, Jost Broichmann (Wemag), Jörg Ebel (IBC Solar), Markus Brehler (Caterva), Hermann Pengg (Audi), Benedikt Zöchbauer (Verbund) bei einer Forumsdiskussion beim BDEW-Jahreskongress zu Energiespeichern., © hcn
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Moderator Joffrey Streit, Jost Broichmann (Wemag), Jörg Ebel (IBC Solar), Markus Brehler (Caterva), Hermann Pengg (Audi), Benedikt Zöchbauer (Verbund) bei einer Forumsdiskussion beim BDEW-Jahreskongress zu Energiespeichern.
Die rechtliche Einstufung von Speichern als Letztverbraucher behindert weiterhin deren wirtschaftlichen Betrieb, hieß es beim BDEW-Kongress.

Die Energiewende braucht die ganze Palette an Energiespeichern, von Batteriespeichern über "Power2Gas" bis zu Pumpwasserkraftwerken, um die räumliche und zeitliche Verschiebung von Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Doch die Rahmenbedingungen passen nicht. Darüber herrschte bei einer Podiumsrunde beim BDEW-Jahreskongress Einigkeit. „Seit Jahren fordern wir den Gesetzgeber auf, Hemmnisse für einen wirtschaftlichen Speicherbetrieb abzubauen, doch es fehlt die Einsicht“, sagte Mathias Timm, Fachgebietsleiter Energiespeicher und Sektorkopplung beim BDEW.

Ein Dorn im Auge ist der Branche vor allem die rechtliche Einstufung von Speichern als Letztverbraucher, was zu einer Doppelbelastung mit Entgelten und Abgaben führen kann. Eine Neuregelung im EEG 2017 sieht zwar erstmals eine EEG-Umlagenbefreiung von Speichern unter bestimmten Bedingungen vor, doch die Regelung ist so komplex, dass sie nur sehr schwer umzusetzen ist. Darauf verwies Markus Brehler, CEO von Caterva.

Letztverbraucherabgabe behindert auch Power to Gas

„Der Hauptgrund dafür, dass Power-to-Gas (PtG) und Power-to-Liquid (PtL) bisher im Strombereich nicht wirtschaftlich sind, sind die Letztverbraucherabgaben für Speicher“, sagte Dr. Hermann Pengg, Leiter erneuerbare Kraftstoffe bei Audi. Das Unternehmen betreibt in Lehrte seit 2013 eine PtG-Pilotanlage und bietet nun den neuen Audi A4 Avant G-Tron  und Audi A5 G-Tron mit E-Gas-Antrieb aus Methan oder Windstrom an.

Auch Jörg Ebel von IBC Solar und Jost Broichmann von Wemag forderten den Gesetzgeber auf die Abgabensystematik beim Strom zu reformieren, um die ganze Palette an Energiespeichern und die Sektorenkopplung zu fördern. Zudem sei eine eigenständige gesetzliche Definition von Energiespeichern überfällig. Nötig sei ein Paradigmenwechsel in der Regulierung, sagte Brehler auch in Richtung Bundesnetzagentur.

Level-Playing-Field für alle Energiespeicher auf EU-Ebene

Die Situation im Nachbarland Österreich ist übrigens nicht viel anders, wie Dr. Franz Benedikt Zöchbauer, Leiter Public Affairs bei Verbund deutlich machte. Das Unternehmen ist führend beim Betrieb vom Pumpspeicherkraftwerken. „Wir brauchen ein Level-Playing-Field für alle Energiespeicher inclusive grünem Wasserstoff auf europäischer Ebene“, forderte Zöchbauer und erhielt hierfür viel Beifall. (hcn)

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Mio. Tonnen Kohlendioxid wurden energiebedingt
im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.