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20 Juni 2017 | 11:40

Fonds schnappen Rheinenergie EE-Projekte weg

Drei der fünf Vorstände beim Kölner Kommunalversorger Rheinenergie während der Bilanzpressekonferenz am 19. Juni 2017 (von rechts): Dr. Dieter Steinkamp (Vorsitzender), Dieter Hassel (Kaufmännisches) und Achim Südmeier (Vertrieb). (Die Namensschilder stehen aus diesem Winkel zu weit rechts.), Bild: Gerd Lengsdorf
Bild: Gerd Lengsdorf
Drei der fünf Vorstände beim Kölner Kommunalversorger Rheinenergie während der Bilanzpressekonferenz am 19. Juni 2017 (von rechts): Dr. Dieter Steinkamp (Vorsitzender), Dieter Hassel (Kaufmännisches) und Achim Südmeier (Vertrieb). (Die Namensschilder stehen aus diesem Winkel zu weit rechts.)
Die Rheinenergie steckt weniger in Erneuerbare als geplant. Der Ertrag stammt aus dem Kerngeschäft. Bei der Beteiligung an den Düsseldorfern treten die Kölner auf der Stelle.

Der Kölner Kommunalversorger Rheinenergie wird sein geplantes Investitionsbudget in Höhe von 240 Mio. Euro für den Ausbau Erneuerbarer bis Ende 2020 wohl nicht in voller Höhe ausschöpfen können. Dies erläuterte Vorstandsvorsitzender Dr. Dieter Steinkamp bei der Jahrespressekonferenz gegenüber der ZfK.

Verantwortlich dafür seien insbesondere Pensionsfonds, die bei den derzeit niedrigen Zinsen bereits mit vergleichsweise kleinen Renditen zufrieden seien und die interessanten Projekte aufkauften. Als Unternehmen, das für kommunale Gelder verantwortlich sei, könne man bei derart geringen Margen nicht mithalten. Vor allem der Ausbau von Windanlagen sei deshalb nicht so vorangekommen wie geplant.

"Gewinnbeiträge werden sich ins Gegenteil verkehren"

Rheinenergie hat das abgelaufene Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau abgeschlossen: mit einem Gewinn von 155 Mio. Euro. Strom- wie Gasabsatz stiegen in der AG wie in der Gruppe zwischen zehn und 20 Prozent. Wettbewerbsbedingte Rückgänge bei Strom-Haushaltskunden seien durch einen Zuwachs bei den Sondervertragskunden überkompensiert worden. Bei Gas machte sich der kältere Winter positiv bemerkbar. Im ersten Quartal dieses Jahres liege man im Plan, hieß es.

Der Ertrag war im vergangenen Jahr nach den Worten Steinkamps stark vom Kerngeschäft geprägt, wenngleich neue innovative Energiedienstleistungen immer mehr an Bedeutung gewännen. Derzeit liege die Gewichtung bei etwa 90:10, werde sich aber in den nächsten zwanzig Jahren voraussichtlich ins Gegenteil verkehren. Vielleicht gehe es auch deutlich schneller. Die Entwicklung in der Branche sei derzeit so dynamisch, dass man kaum noch verlässlich auf fünf Jahre planen könne.

Quartierskonzepte auch außerhalb Kölns

Ein neues Geschäftsmodell, von dem man in Köln viel erwartet, sind Quartierskonzepte. Erste Projekte, bei denen Energieversorgung, Fernwärme, Beleuchtung, Entsorgung, Nahverkehr (ÖPNV), Abwasser und Kommunikationsinfrastruktur aus einer Hand betrieben werden, seien in Köln im Aufbau. Doch will man nicht nur in der eigenen Stadt aktiv werden, sondern die Leistungen auch Immobiliengesellschaften anbieten, die auch Objekte außerhalb Kölns bewirtschaften. Hier seien bereits erfolgreiche Gespräche geführt worden.

Die Rheinenergie, genauer, die Kommunalholding GEW Köln AG, wäre, an einer Aufstockung ihrer 20 Prozent an den Stadtwerken Düsseldorf interessiert, ergänzte Steinkamp. Allerdings wolle derzeit keiner der beiden Mitaktionäre Anteile verkaufen. An den Düsseldorfern hält EnBW eine leichte Mehrheit. Die Landeshauptstadt hält gut ein Viertel der Aktien. (le)


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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.