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18 Juli 2017 | 10:30

Joint Venture: SWM lüften das Geheimnis

Die Stadtwerke München und der britische Konzern Centrica wollen bei der Erdgasexploration und -gewinnung zusammenarbeiten. Das Bild zeigt die Erdgasförderung im britischen Gasfeld Clipper South., Bild: (c) Bayerngas
Bild: (c) Bayerngas
Die Stadtwerke München und der britische Konzern Centrica wollen bei der Erdgasexploration und -gewinnung zusammenarbeiten. Das Bild zeigt die Erdgasförderung im britischen Gasfeld Clipper South.
Der britische Versorger Centrica soll strategischer Partner der Münchner bei der Erdgasexploration werden. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden.

Dass die Stadtwerke München (SWM) mit einem neuen starken Partner über die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten in der Erdgasexploration und -gewinnung verhandeln, war in der vergangenen Woche über diverse Artikel der "Süddeutschen Zeitung" an die Öffentlichkeit durchgesickert. Es handelt sich um den britischen Energieversorger Centrica, wie die SWM heute in einer Medienmitteilung informieren. Geplant ist eine strategische Partnerschaft, dabei soll die SWM-Tochter Bayerngas Norge mit dem europäischen Upstream-Geschäft von Centrica zusammengeführt werden, heißt es.

Bayerngas hält viele lukrative Lizenzen/Centrica hat eine hohe Liquidität


Die Portfolien beider Unternehmen ergänzten sich hervorragend, schreiben die SWM. Die Bayerngas Norge – an dieser halten die SWM direkt und indirekt über 90 Prozent der Anteile – verfüge über viele Lizenzen mit nachgewiesenen Erdgasfunden, deren Entwicklung hohe Investitionen erfordern. Centrica weist aufgrund seiner starken Produktion hohe Finanzmittelüberschüsse auf und sucht nach passenden Investitionsmöglichkeiten. Aufgrund dieser Vorteile schlagen die Stadtwerke dem Münchner Stadtrat vor, dieser strategischen Partnerschaft zuzustimmen. Der endgültige Entscheid über die Kooperation steht unter dem Vorbehalt der Behörden.

Centrica soll 69 Prozent der Anteile am Joint Venture halten


Centrica wird rund 69 Prozent der Anteile an dem geplanten Joint Venture halten,
die restlichen 31 Prozent liegen bei Bayerngas Norge über ihre Hauptanteilseigner SWM und Bayerngas, so Centrica in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung. Die Transaktion soll im vierten Quartal abgeschlossen sein und rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres in Kraft treten. Der Geschäftsführung des neuen Unternehmens werden vier Vertreter von Centrica und zwei Vertreter der SWM angehören. Der Vorstandsvorsitzende soll von Centrica ernannt werden, die neue Gesellschaft wird ihren Sitz im Großraum London haben.

Synergieeffekte von bis zu 150 Mio. Pfund erwartet


Durch die Zusammenlegung werden Kosteneinsparungen und andere Effizienzen in Höhe von bis 150 Mio. Pfund erwartet. Es entstehe ein noch stärkeres und nachhaltigere Unternehmen, sagte SWM-Chef Dr. Florian Bieberbach in der Medienmitteilung von Centrica. Aufgrund ihres ähnlichen geschäftlichen Hintergrunds und einer ähnlichen Strategie sei Centrica der ideale Partner, um dieses Joint Venture gemeinsam weiterzuentwickeln. Das Gemeinschaftsunternehmen plant jährliche Investitionen von 400 bis 600 Millionen Pfund, auch ein Börsengang wird mittelfristig nicht ausgeschlossen.

Centrica ist aus British Gas hervorgegangen


Centrica ist ein alteingesessenes internationales Energie- und Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Großbritannien. Hervorgegangen ist die Firma aus dem ehemaligen britischen Staatskonzern British Gas. Centrica liefert Gas und Strom an 28 Mio. Kunden und ist auch im Energiehandel, im Vertrieb dezentraler Systeme, in der Stromerzeugung und Erdgasgewinnung tätig. Der Umsatz betrug im letzten Jahren 27 Mrd. Pfund. Im Juni ließ die Ankündigung der Centrica-Speichertochter aufhorchen, den einzigen großen britischen Speicher Rough zu schließen. (hoe)

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