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17 Oktober 2017 | 11:00

Quartierslösungen beim Mieterstrom ermöglichen

Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Ingeborg Esser, formuliert am 16. Oktober 2017 in der Veranstaltungsreihe "Forum für Zukunftsenergien" die energiepolitischen Forderungen ihrer Branche an die künftige Bundesregierung., Bild: Forum für Zukunftsenergien
Bild: Forum für Zukunftsenergien
Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Ingeborg Esser, formuliert am 16. Oktober 2017 in der Veranstaltungsreihe "Forum für Zukunftsenergien" die energiepolitischen Forderungen ihrer Branche an die künftige Bundesregierung.
Die Wohnungswirtschaft erwartet von der künftigen Bundesregierung zügig das Gebäudeenergiegesetz. Und noch mehr Rückenwind für Mieterstrom.

„Was wir in der letzten (Wahl-)Periode mit dem Mieterstromgesetz gesehen haben, ist ein erster Anfang, der jedoch noch längst nicht ausreicht“. Dies unterstrich Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), am Montag bei einer Veranstaltung des Forums für Zukunftsenergien in Berlin. „Mieterstrom kommt sowohl bei unseren Mitgliedsunternehmen als auch bei Mietern gut an. Er ist ein wichtiger Schlüssel für eine dezentrale Energiewende“, so Esser. Deshalb erwarte man von der Bundesregierung hier einen „großen Push“.

Künftig sollten nach den Vorstellungen des GdW auch Quartierslösungen erlaubt und die Windenergie einbezogen werden. Gewerbesteuerliche "Hemmnisse" müssten beseitigt und die Netzentgelte so reformiert werden, dass einerseits die Finanzierung der Netze gesichert, jedoch auch Quartierstrom „pur“ ermöglicht werde, der von Entgelten und Umlagen befreit ist.

"EnEV-Standards von 2016 teuer genug"


Als überfällig sieht der GdW auch die Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an. „Wir waren enttäuscht, dass dies in der letzten Legislaturperiode auf der Strecke geblieben ist“, so Esser.

Allerdings sträubt sich der Verband, der 3000 Wohnungs- und Immobilienunternehmen in Deutschland repräsentiert, gegen eine Verschärfung des Niedrigstenergiestandards aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016. „Mehr Klimaschutz pro Euro“ müsse die Prämisse sein. Die Bau- und Bewirtschaftungskosten dürften nicht erhöht werden, denn dies berge über Mieterhöhungen soziale Sprengkraft. Der Mieterbund sieht dies diametral anders und hat zur Unterstützung die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Studie erstellen lassen.

GdW hält bis zu 25 Prozent
CO2-Einsparung für möglich

„Es muss darum gehen, vor allem das Klimaschutz- und Einsparpotenzial von Maßnahmen mit geringen Investitionskosten auszuschöpfen“, betonte Esser. So könnten beispielsweise durch verbesserte Einstellung und Nachrüstung von Thermostaten, Smart-Home-Anwendungen, neue Heizkessel und Solarenergie Emissionseinsparungen von bis zu 25 Prozent erreicht werden. Dies zeige ein laufendes Pilotprojekt in über 800 Gebäuden.

Als wichtige Anforderungen für die Klima- und Energiepolitik der neuen Bundesregierung sieht der GdW:

  • Freiwilligkeit,
  • Wirtschaftlichkeit,
  • Technologieoffenheit und
  • Sozialverträglichkeit.

"Energetische Sanierung steuerlich fördern"

Für nötig hält der Verband – alternativ zur Förderung der energetischen Sanierung durch die KfW-Bankengruppe – steuerliche Sonderabschreibemöglichkeiten. An diesem Punkt hatte sich die Union in der vergangenen Bundesregierung nicht gegen den Widerstand der SPD durchgesetzt. Daher war das GEG gescheitert. „Gerade innerhalb von Quartieren kann hier noch unheimlich viel erreicht werden“, so Esser.

Grundsätzlich befürwortet der GdW eine höhere CO2-Bepreisung, um mehr Klimaschutz anzureizen. Doch müsse dies eine „echte Lenkungswirkung“ haben und „nicht zu Lasten von Mietern und Eigentümern mit kleinen und mittleren Einkommen gehen“, sagte Esser. Zudem müssten auch die Industrie und der Verkehr einbezogen werden. (hcn/geo)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.