ZfK-NachhaltigkeitsAward

ZfK verleiht erstmalig NachhaltigkeitsAward / Stimmen Sie jetzt ab

Energiewende, Trinkwasserschutz, Klimawandel, Wertstoffbehandlung, Feinstaubbelastung und Müllvermeidung sind nur ein paar Schlagwörter, mit denen sich kommunale Unternehmen Tag für Tag auseinandersetzen. Die Herausforderungen sind groß und letztlich geht es darum, die Lebensqualität in den Städten, Gemeinden und Kreisen zu sichern.

Die ZfK als Leitmedium der kommunalen Wirtschaft vergibt deshalb 2020 erstmalig den ZfK-NachhaltigkeitsAward. Jährlich soll er das herausragende Engagement von kommunalen Unternehmen würdigen und einer breiten Öffentlichkeit zeigen.

Wir verleihen diesen Award am 16. Januar 2020 auf einer der größten Wirtschaftskonferenzen Deutschlands, dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Teilnehmer sind unter anderem VKU-Präsident Michael Ebling, EAB-Direktorin Dr. Andrea Despot, Ministerpräsident Markus Söder, Audi-Vorstandsvorsitzender Bram Schot und Olympiasieger Florian Hambüchen.

Genaue Informationen finden Sie auch in der Novemberausgabe der ZfK – sie erscheint am 11. November. Bitte schauen Sie gleich rein.

Gerne können Sie auch an der Preisverleihung teilnehmen. Wir haben für Sie den Preis für den Besuch der kompletten Tagung für unsere ZfK-Abonnenten deutlich reduzieren können. Melden Sie sich direkt hier an: https://shop.ticketpay.de/K9ZDUUHG und geben Sie im oberen Fenster den Freischaltcode "ZfKAward2020" ein.

Stimmen Sie ab:

Bodenaushub neu verwerten

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Bei der Leitungsverlegung fällt Bodenaushub an, der entsorgt werden muss. Zur Wiederverfüllung muss Natursand beschafft werden. Erschöpfte Deponiekapazitäten und die Verknappung des Rohstoffs Sand führen zu einer Schädigung der Natur und sorgen für Kostensteigerungen und lange, umweltbelastende Transportwege. Zur Aufbereitung und Wiederverwertung des Aushubs haben Gelsenwasser und Stadtwerke Herne die Bodenmanagement Rhein-Herne GmbH (bmrh) gegründet.

Welche konkreten Maßnahmen sind geplant?

Die bmrh hat eine Siebanlage angeschafft und an ihre Anforderungen angepasst. Zudem hat sie ein Qualitätsmanagement mit allen umwelt- und bautechnisch relevanten Kriterien von der Bauplanung bis zum Wiedereinbau der Recyclingprodukte aufgebaut. So wird aus dem Aushub Siebsand mit ähnlichen Eigenschaften wie Natursand und Schotter hergestellt. Somit werden wichtige Ressourcen geschützt. Die bmrh wurde 2018 gegründet und ist in Herne angesiedelt.

CO2-freies Trinkwasser

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Wir wollen aus einem der größten Energieverbraucher der Stadt Trier, der Trinkwasserversorgung, ein Vorbild für Energieeffizienz machen. Deshalb arbeiten wir daran, den Strombedarf für Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung unseres Trinkwassers aus Erzeugungsanlagen vor Ort zu decken. Damit leisten wir einen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen. Zusätzlich senken wir die Betriebskosten und stärken die Wertschöpfung in Trier und der gesamten Region.

Welche konkreten Maßnahmen sind geplant?

Durch den Einbau von effizienter Technik haben wir erst einmal den Strombedarf gesenkt. Dann haben wir neue Erneuerbare-Energien-Anlagen gebaut, mit denen wir den Bedarf bilanziell decken können. Aktuell arbeiten wir an der digitalen Steuerung der Wasserhochbehälter, mit künstlicher Intelligenz, um sie künftig als Speicher für den Strom aus den Erneuerbaren zu nutzen. Das neuronale Netz verarbeitet dafür die Betriebs-, Erzeugungs-, Verbrauchs- und Wetterdaten.

Lautlos und emissionsfrei unterwegs!

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Die Energieversorgung Oberhausen (evo) hat die Menschen im Ruhrgebiet nach ihren Alltagsproblemen befragt. Das Ergebnis: Mobilität in der Region »nervt«. Das E-Roller-Sharing von evo kann ein Baustein zur Verbesserung dieser Situation sein, hat die evo im Dialog mit den Menschen herausgefunden. Zudem hat der Energieversorger analysiert, welche Mobilitäts-Konzepte sich aktuell in den anderen Metropolen durchsetzen und was für das Ruhrgebiet sinnvoll sein kann.

Wie geht es weiter?

evo-Sharing ist seit September 2017 im Ruhrgebiet verfügbar. Nach dem erfolgreichen Start des Free-Floating-Sharings in Oberhausen und seit April 2019 in Teilen von Essen will der Anbieter das Geschäftsgebiet und die E-Roller-Flotte im kommenden Jahr deutlich ausweiten. Letztes Jahr stieg die Roller-Flotte schon auf über 100 Fahrzeuge. Der Mietvorgang und die Abrechnung der Fahrten läuft für die Kunden übrigens entspannt per Smartphone-App.

Ökotarif für Natur vor Ort

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Die Stadtwerke Menden garantieren mit ihrem naturliebe-Tarif für Ökostrom und -gas, Investitionen in lokale Klima- und Naturschutzprojekte. Kunden erleben unmittelbar, dass ihre Tarifwahl einen wertvollen Beitrag vor Ort leisten kann: von Artenschutz bis Renaturierung. Versehen mit dem höchsten Umweltsiegel, wird das Angebot allen Anforderungen an ein nachhaltiges Mehrwertkonzept gerecht.

Wo wird investiert?

Einfache Rasenflächen der Stadtwerke-Außenanlagen (z.B. Trafostationen und Hochbehälter) werden zu artenreichen Blüh- oder Streuobstwiesen. Es entsteht neuer Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Heimische Imker siedeln ihre Bienenvölker auf diesen Flächen an. Für 2020 ist geplant, für jeden naturliebe-Kunden einen Baum in Menden zu pflanzen.

Gemeinsam Preise sichern

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Im ländlich geprägten Südostniedersachsen muss kräftig in die Abwasser-Infrastruktur investiert werden, um sie zu erhalten und Kommunen Entwicklungschancen zu sichern. Die Millionenbeträge müssen bisher auf kleine Abrechnungseinheiten, teils deutlich unter 10 000 Einwohner, umgelegt werden. Für eine nachhaltige Entwicklung wurde beim Wasserverband Peine ein Abwasser-Solidar-Modell entwickelt: Eine starke Investitionsgemeinschaft agiert gemeinsam für den ländlichen Raum.

Was passiert konkret?

Zehn Mitgliedskommunen haben sich dazu freiwillig zusammengetan: Der Abwasserpreis wird dort binnen fünf Jahren angeglichen. Nach dieser Angleichungsphase bezahlen die Einwohner in den Kommunen alle denselben Preis. So finanziert die Investitionsgemeinschaft solidarisch gemeinsam Abwasser-Projekte. Der Wasserverband Peine arbeitet mit diesem Modell für einen gut aufgestellten ländlichen Raum mit bezahlbaren Preisen auch in kleinen Kommunen.

Mit allen Beteiligten zu mehr Nachhaltigkeit

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Bereits im Jahr 2013 haben die Stadtwerke Norderstedt die Verpflichtung zu gesellschaftlicher Verantwortung und nachhaltigem Handeln in ihren Grundsätzen festgeschrieben. Um die Handlungsfelder im Bereich Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln, wurde nun in Begleitung der Agentur Plant Values eine umfangreiche Befragung aller Anspruchsgruppen durchgeführt. Die Beteiligung der Bevölkerung war überwältigend – allein 1500 Bürgerinnen und Bürger haben ihre Einschätzungen abgegeben und geholfen, Themen für ein verantwortungsvolles Handeln der Stadtwerke zu priorisieren.

Was ist der Mehrwert?

Die Ergebnisse der Befragung liefern die Grundlage für die zukünftige nachhaltige Ausrichtung und werden mit Maßnahmen in der Unternehmensgruppe verankert. Die Stadtwerke Norderstedt werden diese auch im nächsten Nachhaltigkeitsbericht präsentieren.

Gemeinsame Nachhaltigkeitswoche

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Die Abfall-Service Osterholz GmbH (ASO) und die Osterholzer Stadtwerke organisierten eine gemeinsame Nachhaltigkeitswoche. Mit dieser Veranstaltung wurden die Kompetenzen beider Unternehmen – Abfall- und Energieberatung – miteinander verbunden. Durch verschiedene betriebsinterne Aktionen sollten die knapp 250 Mitarbeiter für mögliche nachhaltige Maßnahmen sensibilisiert werden.

Welche Aktionen wurden durchgeführt?

Neben einer Energie- und Abfallberatung wurden zugunsten der Biologischen Station Osterholz Handysammlungen durchgeführt. Auch die Sammlung von Elektrokleingeräten, ein Strommessgerät-Verleih und eine Tauschbörse gehörten dazu. Durch Flyer, Intranet und persönliche Ansprache wurde in den Betrieben für die Aktionen geworben.

 

 

Mit Bioabfall Müll sammeln

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Als kommunales Unternehmen ist die Berliner Stadtreinigung (BSR) auch bei der Bioabfallbehandlung in der Verantwortung, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. 70 000 Tonnen Bioabfälle fermentiert die BSR zu Biogas und betankt damit die rund 160 Müllfahrzeuge. Die BSR fährt so die Hälfte der Müllsammel-Kilometer klimaneutral – und das mit einem Biogas, für das nicht extra Pflanzen angebaut werden. Auch die Gärreste werden sinnvoll genutzt - alles in allem ergibt sich eine Klimaentlastung von 9000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr.

Wie geht es weiter?

Die Berliner Stadtreinigung hat in den letzten Jahren den Durchsatz ihrer modernen Biogasanlage im Stadtteil Ruhleben von 60 000 Jahrestonnen auf 70 000 Tonnen erhöht und wird im nächsten Jahr noch einmal 5000 Tonnen draufpacken. Die Anlage vergärt dann 75 000 Jahrestonnen. Dadurch reduziert BSR die Treibhausgasemissionen auf über 10 000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Die biogasbetriebene Müllsammelflotte wird um mindestens zehn Fahrzeuge mitwachsen.

CO2-freie Industriewärme

Welche Motivation steckt hinter dem Projekt?

Der Hannoveraner Energieversorger Enercity und der Hamburger Kupferproduzent Aurubis tragen zur Wärmewende in Hamburg bei. Industriewärmenutzung vermeidet über 20 000 t CO2 pro Jahr. Die CO2-Reduktion erfolgt durch den Ersatz von Erdgas in der Aurubis-Produktion bzw. durch die Wärmeversorgung der HafenCity-Ost (im Endausbau: 4500 t CO2/a). Die Fernwärmeleitungen sind so dimensioniert, um mit Wärme aus der Aurubis-Kupferproduktion 140 000 t CO2/a zu vermeiden.

Welche Maßnahmen waren nötig?

Vorab waren der Umbau der Kontaktanlage zur Anhebung der Abwärmetemperatur auf über 90 Grad (plus 1 km Werkstrasse und interne Anpassungen) und 2,5 km neue Wärmeleitung nötig. Die Wärmemenge steigt bis 2030 auf 70 Mio. kWh/a (90 Prozent von Aurubis). Die Reserve und den Ausgleich der Spitzenlast liefert ein Biomethan-BHKW bzw. eine neue Enercity-Energiezentrale (Baustart Sommer 2019; plus 3 km Wärmeleitung in neue Stadtteile). 

 

Der ZfK-NachhaltigkeitsAward wird verliehen durch: