Julia Maria Kühne ist Leiterin Kompetenzfeld Unternehmensentwicklung & Organisation, Energieforen Leipzig.
Bild: © Energieforen Leipzig

Mobile Work im Stadtwerk

Die Vorstellung, dass Mitarbeiter ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen, war bislang für viele Manager eine ferne Vision. Ad hoc verändert sich dieser Zustand nun radikal, das mobile Arbeiten im EVU ist Realität geworden, stellt Julia Maria Kühne, Energieforen Leipzig, fest.

"Für eine große Anzahl an Mitarbeitern wird Homeoffice zur Pflicht, wobei es doch vor wenigen Wochen noch denkbar unmöglich war", schreibt Julia Maria Kühne, Leiterin Kompetenzfeld Unternehmensentwicklung & Organisation der Energieforen Leipzig, in einem Beitrag für die ZfK. Grundvoraussetzung für das „Büro in den eigenen vier Wänden“ sei die technische Ausstattung. Die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur bekomme vor diesem Hintergrund "eine ganz neue Bedeutung" . Mitarbeiter müssten mit Laptops, VPN-Zugängen und Diensthandys ausgerüstet werden, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.

"Einmal im mobilen Büro angekommen, beginnt zunächst die Organisation der klassischen Arbeitsgestaltung", so Kühne weiter. "Dezentrale Führung, Aufgabenverteilung, der Austausch im Team und das Aufrechterhalten der eigenen Produktivität stehen im Fokus. Homeoffice ist für viele Arbeitgeber in der Energiebranche die erste Assoziation, wenn es um die Umsetzung neuer Arbeitswelten geht."

Disziplin und Kollaboration

Entsprechende Betriebsvereinbarungen in vielen Unternehmen seien auf dem Weg, die Chancen für Mitarbeiter durch Remote-Arbeit gestalten sich vielfältig. Den Vertrauensvorsprung des Arbeitgebers und der Führungskräfte vorausgesetzt, seien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie das flexible Einteilen der eigenen Arbeitszeit durchaus möglich, so die Expertin. Parallel bedürfe es einer disziplinierten Selbstorganisation auf persönlicher Ebene sowie einer kollaborativen Arbeit in Teams, um den Herausforderungen der Zusammenarbeit auf Distanz gerecht zu werden.

In der digitalen Welt angekommen, empfiehlt Kühne feste Kommunikationsformate. Klar formulierte Meeting-Regeln, effektive Tools für Video-Konferenzen und regelmäßige Austauschtermine ermöglichten allen auch auf visuelle Art das Gefühl der Teamzugehörigkeit und -nähe. Und auch der informelle Austausch dürfe nicht zu kurz kommen, rät Kühne. "Das sonst so oft abgehaltene Treffen in der Kaffeeküche oder der Plausch mit den Kollegen während der Mittagspause sollten allein aufgrund ihrer sozialen Wichtigkeit adäquat ersetzt werden. Wie wäre es beispielweise mit einem virtuellen Teamlunch?"

Konfrontation mit der Digitalisierung

Die Energiebranche erlebt einen radikalen Paradigmenwechsel in der Arbeitswelt. "Persönlich beschreibe ich dies auch gern als eine Art ,Konfrontationstherapie', durch die sich viele KMU weiterentwickeln und direkt mit den Einflüssen der digitalen Welt auseinandersetzen müssen", stellt Kühne fest. Der Erfolg liege in der strukturierten Begleitung dieser Transformationsprozesse. Eine Begleitung, welche auch die mentale Gesundheit der Mitarbeiter einschließe.

"Führungskräfte, aber auch jeder selbst, sind gefragter denn je, Aufgaben mit hoher Selbstdisziplin zu bewältigen", schreibt die Fachfrau von den Energieforen Leipzig. "Der Blick in andere Branchen zeigt, dass die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens auch nachweisbare Wettbewerbsvorteile als attraktiver Arbeitgeber mit sich bringen. Zusammenfassend gesagt, ist die digitale Ökonomie sinnbildlich über Nacht Realität geworden. Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind angehalten, sich diesen Gegebenheiten anzupassen und dem Konzept des lebenslangen Lernens mehr Raum zu geben." (hp)