Erfolgreich verhandelt? Sollte die EU-Kommission das Milliardengeschäft zwischen Eon und RWE ohne größere Auflagen durchwinken, wäre das ein großer Erfolg für Eon-Chef Johannes Teyssen. Bild: © Eon

Eon legt Innogy-Angebot vor

Eon will den Aktionären, die rund 23 Prozent des Innogy-Kapitals halten, 38,40 Euro je Aktie zahlen. Die Annahmefrist endet am 6. Juli.

Bei der Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy sind jetzt deren Aktionäre am Zug. Der Energiekonzern Eon hat am Freitag sein Übernahmeangebot für ihre Aktien veröffentlicht. Eon will den Aktionären, die rund 23 Prozent des Innogy-Kapitals halten, 38,40 Euro je Aktie zahlen. Die Annahmefrist endet am 6. Juli.

Hintergrund des Angebots ist der Plan von Eon und RWE, ihre Geschäfte komplett neu zu ordnen. Dazu will Eon im ersten Schritt Innogy übernehmen. Anschließend soll es einen umfangreichen Tausch von Geschäftsaktivitäten und Vermögenswerten zwischen Eon und RWE geben.

Konzentration auf Netze und Endkunden

Am Ende will Eon sich ganz auf die Energienetze und das Endkundengeschäft konzentrieren. RWE würde zu einem reinen Stromproduzenten aus konventionellen und erneuerbaren Energien. Außerdem soll RWE mit knapp 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden. Eon erwartet den Vollzug des Übernahmeangebots nicht vor Mitte 2019.

Vorstand und Aufsichtsrat von Innogy haben jetzt zwei Wochen Zeit, um das Angebot zu bewerten und Stellung zu nehmen. Nach Angaben im jüngsten Innogy-Geschäftsbericht hält der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock knapp 5 Prozent des Kapitals, 18 Prozent entfallen auf sonstige institutionelle Investoren. Privatanleger halten danach weniger als ein Prozent des Innogy-Kapitals.

Sozialverträglicher Stellenabbau

Bei der neuen Eon sollen nach der Transaktion rund 5000 Stellen gestrichen werden. Eon-Chef Johannes Teyssen versicherte in der Mitteilung, man werde den «unvermeidlichen Abbau von Arbeitsplätzen» selbstverständlich «sozialverträglich und in der gewohnten engen Abstimmung mit unseren Sozialpartnern gestalten». (dpa/al)