Das Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen in Elverlingsen (NRW) ist ein Mittel- und Spitzenlastkraftwerk der des Enervie-Unternehmens Mark-E. Der steinkohlegefeuerte Block E3 soll zum Frühjahr 2014 stillgelegt werden. Enervie will aber auch alle anderen konventionellen Kraftwerke in den "Ruhestand" schicken. Bild: Enervie

Enervie: Abkehr von konventionellen Kraftwerken

Die Enervie-Gruppe präsentiert ihre Zahlen zum Geschäftsjahr 2012. Der Steinkohleblock E3 im Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen wird 2014 stillgelegt.

Die Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG –, der regionale Energieverbund der Mark-E AG, der Stadtwerke Lüdenscheid GmbH, der Enervie Assetnetwork GmbH und die bundesweit tätige Lekker Energie GmbH verzeichneten für das Geschäftsjahr 2012 ein "gutes Gesamtergebnis".

Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf über 1,4 Mrd. €. Der Bilanzgewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Mio. € auf 27 Mio. € an. Die Aktionäre, zu 80 % kommunal, erhalten eine Dividende wie im Vorjahr von insgesamt 17 Mio. €. Zu den Umsatzerlösen des Enervie-Konzerns trugen Mark-E mit 907,2 Mio. €, die Stadtwerke Lüdenscheid mit 106,2 Mio. €, die Lekker Energie mit 308 Mio. € sowie die Enervie AssetNetWork mit 98,5 Mio. € bei. Auf andere Konzernunternehmen entfielen 2,6 Mio. €. Gründe für das gute Geschäftsjahr seien "ein konsequentes Kostenmanagement sowie eine optimierte Vermarktung der eigenen Kraftwerke", so die Enervie-Gruppe.

Der Stromabsatz sank allerdings im vorangegangenen Geschäftsjahr um 18,8 % auf 11 537 Mio. kWh. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf lagen bei mehr als 1 Mio. €. Das bedeutet ein Minus von 6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ebenfalls gesunken ist der Gasabsatz im Geschäftsjahr 2012 um 0,9 % auf 6295 Mio. kWh. Die Erlöse erhöhten sich allerdings aufgrund der erweiterten Gashandelsaktivitäten um 16,2 % auf 237,5 Mio. €.

Die Stromerzeugung fiel 2012 auf 3392 Mio. kWh im Vergleich zum Vorjahr mit 3543 Mio. €. Während die GuD-Anlagen deutlich weniger Strom produzierten, sei es zu einem verstärkten Einsatz der Kohleanlagen gekommen. Im Frühjahr 2014 ist geplant, den Kraftwerksblock E3 in Werdohl-Elverlingsen in Nordrhein-Westfalen stillzulegen.

Ein Neubau von konventionellen Kraftwerken ist lt. Enervie nicht mehr vorgesehen. Stattdessen investierte Enervie im Geschäftsjahr 2012 in den Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren. Im Hunsrück errichtete der Versorger einen Windpark mit 17 MW. Insgesamt verfügt die Gruppe damit über 40 MW Windkraftkapazitäten. Zwei weitere PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 144 KWp gingen ebenfalls in Betrieb. Zudem verdoppelte die dritte Turbine im Laufwasserkraftwerk Werdohl-Wilhelmstal nach einer Sanierung ihre Leistung auf 1,2 MW.

Die Enervie Gruppe rechnet jedoch für die kommenden Geschäftsjahre mit massiven Verlusten. Für diesen Zeitraum geht das Unternehmen von Gesamtergebnissen deutlich unter dem Geschäftsjahr 2012 aus. Der Versorger fordert daher von der Politik die schnelle Einführung und Umsetzung eines Energiemarktdesigns. Darin soll die Bereitstellung fossiler Kraftwerkskapazitäten als Leistungskomponente anerkannt und vergütet werden. (sg)