Runder Tisch gegen Energieschulden

Die Rewag hat mit der Stadt Regensburg, Ämtern und Vereinen einen runden Energietisch gegründet, um Bürger mit Zahlungsproblemen zu unterstützen.

"Gemeinsam möchten wir verhindern, dass Menschen in die Energieschuldenfalle tappen", erklärte der Rewag-Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes auf einer Pressekonferenz des Regensburger Kommunalversorgers. Mit der Stadt Regensburg, dem Amt für Soziales, dem Landratsamt, den Jobcentern Stadt und Land, der Caritas, der Diakonie, den Vereinen Kontakt Regensburg, Mütter in Not sowie Donum Vitae in Bayern arbeiten sie gezielt an Strategien. Die Rewag initiierte daher einen Runden Energietisch.

Man wolle so früh wie möglich unterstützen, aufklären und Lösungsmöglichkeiten bieten. Aus den bisherigen Treffen sei bereits ein umfassender Maßnahmenkatalog entstanden, den man bereits teilweise schon umsetze, heißt es weiter. So befindet sich bereits seit Mitte Dezember auf der Rückseite der ersten Zahlungserinnerung ein Hinweis auf Hilfe bei Zahlungsschwierigkeiten. Als Ansprechpartner werden die Diakonie Regensburg und die Caritas Regensburg genannt. Diese wiederum haben bei der Rewag direkte Bezugspersonen.

Darüber hinaus hat die Rewag seit Anfang Mai einen Rechnungserklärer auf ihrer Homepage. Hier werden einzelne Bausteine der Rechnung einfach erklärt – in mehreren Sprachen. Besonders hilfreich sei dies für Menschen, die neu im Land sind. Eine große Zielgruppe stellen dabei geflüchtete Menschen dar. Für diese seien Strom und Wasserkosten oftmals Teil der Miete. Die Rewag unterstützt dabei ehrenamtliche Flüchtlingshelfer mit entsprechenden Schulungen. Einen mehrsprachigen Flyer zum Thema Trinkwasser gibt es bereits, eine Broschüre zur Energieberatung sei kurz vor der Fertigstellung.

Insgesamt nimmt die Energiearmut laut Rewag in Deutschland zu. Viele Menschen wie Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende oder Geflüchtete sind einer höheren Gefahr ausgesetzt, Energieschulden zu machen. Oft scheitere es auch an den mangelnden Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken. "Gerade sozial schwache Haushalte haben häufig veraltete, stromfressende Heizungen und Geräte. Und viele arbeitslose Personen verbringen meist mehr Zeit zuhause als Berufstätige und haben schon deshalb einen höheren Energieverbrauch", erläutert Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Die Rewag stemmt sich gegen den bundesweiten Trend. So konnte man 2015 die Anzahl der Sperrungen gegenüber den Vorjahren deutlich senken, so der Versorger. Obwohl die Stadt und Region wachse. (sg)