Strompreis: Stadtwerke reagieren unterschiedlich

Stadtwerke Hannover, Bielefeld, Drewag und Enso erhöhen die Preise, Stadtwerke Halle und Unna halten das Niveau.

Die Stadtwerke reagieren unterschiedlich auf steigende Umlagen. Ein aktueller Ausschnitt der Meldungen vom Dienstag: Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hannover AG hat in seiner Sitzung am 5. Nov. 13 eine Erhöhung des Tarifpreises für Strom um 3,46 % beschlossen. Der neue Tarif wird zum 1. Januar 2014 wirksam. Die Kosten für einen durchschnittlichen Kunden mit einem Verbrauch von 2500 kWh pro Jahr erhöhen sich um rd. 26 € jährlich (brutto). Der Grundpreis bleibe unverändert. Die Strompreiserhöhung wird durch die staatlich induzierten Kostensteigerungen erforderlich. Die Stadtwerke müssen durch EEG-Umlage und höhere Netzentgelte Mehrkosten von 1,60 ct/kWh hinnehmen. Bis Herbst 2014 will das Unternehmen die Preise stabil halten.

Zwei große kommunale Stromanbieter in Sachsen werden zum Jahreswechsel ebenfalls die Strompreise anheben, berichtet die Presseagentur DPA. Die Kilowattstunde werde ab Januar in allen Tarifen 0,53 ct brutto mehr kosten, teilten Drewag Stadtwerke Dresden und Enso Energie Sachsen Ost mit. Auf einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh kommen demnach Mehrkosten in Höhe von 19 € im Jahr zu.

Die Stadtwerke Bielefeld müssen aufgrund der genannten Änderungen die Brutto-Strompreise für Tarifkunden um 0,94 Ct/kWh anheben. Dies bedeutet für einen durchschnittlichen Bielefelder Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2800 kWh pro Jahr eine monatliche Mehrbelastung von rund 2,20 € oder 3,2 %. Damit geben die Stadtwerke die Veränderungen der Steuern und Umlagen exakt in der Höhe an die Kunden weiter, wie diese auch für die Stadtwerke ab 1. Januar 2014 anfallen. Die Erhöhung der Netzentgelte geben die Stadtwerke hingegen nicht an die Haushalte weiter und nehmen diese zu Lasten des Unternehmensergebnisses.

Die Energieversorgung Halle hält die Energiepreise trotz gestiegender EEG-Umlage über den Jahreswechsel hinaus stabil. "Die beim Strom entstehenden Mehrkosten konnten durch permanente Optimierung der Beschaffung und weitere Effizienzsteigerungen abgefedert werden", so das Unternehmen.

Die Stadtwerke Unna halten die Strompreise auf jeden Fall bis ins Frühjahr 2014 stabil. Das kommunale Energieunternehmen verzichtet trotz deutlicher Erhöhung der Abgaben und Umlagen, steigender Kosten und Netzentgelte zum 1. Januar 2014 auf eine Preisanpassung. Die Stadtwerke wollen erstmal "ruhig und auch sicher für unsere Kunden kalkulieren", betonen Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier und der kaufmännische Prokurist Matthias Kortmann. (al)