Der scheidende Enercity-Chef Michael Feist (Mitte) mit Technikvorstand Harald Noske (links) und Personalvorstand Jochen Westerholz (rechts). Bild: Jens Voshage

Enercity: Gewinn sinkt um 9,4 Prozent

Zum vierten Mal in Folge gehen Gewinn und Umsatz der Stadtwerke Hannover zurück. Die konventionellen Kraftwerke schreiben rote Zahlen.

Mit dem Jahresergebnis von 88,9 Millionen Euro in 2015 liegt die Stadtwerke Hannover AG zwar im Plan – doch zum vierten Mal in Folge gehen Gewinn und Umsatz substanziell zurück. Während die konventionellen Kraftwerke teilweise auch nicht mehr die Fixkosten einspielen, stützen die Dividende von Thüga
(51 Mio. Euro, plus drei Prozent) und das Ergebnis der Contracting-Töchter in Deutschland und dem Baltikum (15,9 Mio. Euro, plus vier Prozent) den Überschuss des kommunalen Energieversorgers.

Nachdem in der Vergangenheit besonders die Biomasse-Anlagen der Energiedienstleistungstöchter Danpower und Enercity Contracting für Wachstum bei den erneuerbaren Energien sorgten, legt Enercity seit 2015 auch mit Windkraft nach. Der Zuwachs von 130 GWh auf 774 GWh wurde besonders durch den Kauf von zwei Onshore-Windparks mit einer Leistung von 90 MW erzielt. Die Investitionssumme hierfür betrug rund 100 Mio. Euro. "Deutlich früher als geplant haben wir das Ziel erreicht, alle Haushaltskunden in Hannover bilanziell mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen", stellt der Enercity-Vorstandsvorsitzende Michael Feist fest.

Den Verwerfungen auf dem Strommarkt können sich die Stadtwerke Hannover nicht entziehen: Die Stromproduktion ist von 6232 GWh im Vorjahr auf 5224 GWh in 2015 gefallen. Den größten Anteil daran hat eine virtuelle Kraftwerksscheibe von Eon, aber auch das Kohlekraftwerk in Mehrum und die moderne innerstädtische GuD-Anlage haben deutlich weniger Strom erzeugt. Gefragt sind die Enercity-Kraftwerke dennoch: „Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet greift jeden dritten Tag auf Mehrum zurück – neu ist, dass wir das Kraftwerk dabei auch hochfahren müssen“, berichtet Technik-Vorstand Harald Noske.

Nach zehn Jahren im Amt wird Feist Ende März 2016 in den Ruhestand gehen. Dr. Susanna Zapreva-Hennerbichler ist ab dem 1. März 2016 Vorstandsmitglied ohne Geschäftsbereich und übernimmt am 1. April seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzende und kaufmännische Direktorin. (vo)