Der Trianel Windpark Borkum, ehemals Offshore-Windpark Borkum West II, wird in zwei Phasen mit je 200 MW errichtet. Der erste Teil läuft bereits seit 2016, im zweiten Teil werden 2019 die 32 Turbinen errichtet. Bild: © Jan Ölker/Adwen/Trianel

Millionenschaden im Offshore-Windpark „Alpha Ventus“

Zwei bis drei Wochen soll der Windpark vorerst still stehen: Angeblich ist ein Großteil des Maschinenhauses von einem der Windräder ins Meer gestürzt.

Spurensuche im EWE-Windpark „Alpha Ventus“ vor der Nordseeküste: Nach Aussagen des Energieanbieters untersucht der Hersteller der betroffenen Anlage aktuell die Ursache des Schadens. EWE gab an, dass vor rund drei Wochen eine komplette Gondel mit Hilfstechnik, sowie Schaltschränken und Klimatisierung ins Meer gestürzt sei. Unter Gondel versteht man die Ummantelung des Kopfes der Windkraftanlage. Die Anlage mit Rotoren und Getriebe steht noch. Ein Sprecher der Windenergieagentur Bremen/Bremerhaven schätzte die Schadenshöhe gegenüber dem NDR Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen" auf mehrere Millionen Euro.

"Global Tech 1" und "Trianel" vorsorglich abgeschaltet

Nach Angaben des zuständigen Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg seien die vorliegenden Prüfberichte in Ordnung gewesen. Vor wenigen Wochen war dann offenbar die schwere Stahlkonstruktion, die die Kunststoffverkleidung der Windkraftanlage trägt, völlig überraschend gebrochen und die Bauteile fielen ins Meer.

EWE hat nun vorsorglich fünf baugleiche Windräder in „Alpha Ventus“ aus dem Wind gedreht. Dabei handelt es sich um die ersten verfügbaren Typen derartiger Anlagen, die vor allem zur Erprobung errichtet wurden. Windräder vom gleichen Typ, aber in einer weiterentwickelten Stufe, stehen im Windpark Global Tech 1, der rund 140 Kilometer vor Emden liegt, sowie im Windpark Trianel. Entgegen anderslautender Angaben sei Global Tech 1 weiter in Betrieb und produziere Strom, sagte eine Sprecherin. Fachleute des Herstellers nähmen aber Stichprobenprüfungen an ausgewählten Global Tech I Anlagen vor, um zu prüfen, ob es an den Anlagen Hinweise für derartige Risiken gebe. (dpa/ls)