Gasimportmengen weiter auf Winterniveau

Deutschland hat im Mai so viel Erdgas für sich bezogen wie seit mindestens 2011 nicht mehr. Das geht aus einer BAFA-Veröffentlichung hervor.

Im Mai hat Deutschland 101 Mrd. kWh Erdgas bezogen, fast alles aus den traditionellen drei Lieferländern. Dies waren 12 Mrd. kWh mehr als im Heizmonat Januar 2015 und 16–26 Mrd. kWh mehr als jeweils im Mai der Jahre 2012-14, ergeben ZfK-Berechnungen aus der "vorläufigen" Erdgas-Importstatistik, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestern (16. Juli 15) veröffentlichte. Überhaupt ziehen sich die hohen Importmengen, die sonst bereits im Februar oder spätestens im April zurückgingen, in diesem Gaswirtschaftsjahr länger durch: seit Oktober 2014 nur in einem Monat weniger als 90 Mrd. kWh, dafür in vier Monaten mehr als 100 kWh.

Das Erdgas kostete die Importeure im Durchschnitt an der Bundesgrenze, das heißt zuzüglich nationale Transportentgelte, 20,47 €/MWh. Das waren knapp 9 % weniger als im Vorjahresmonat und 3 % weniger als in diesem April.

Die Anteile der Lieferländer bewegten sich innerhalb der jahrelangen Bandbreite: Russland 38 %, Norwegen 33 % und Holland 26 %, wobei damals im Mai das niederländische Wirtschaftsministerium die Produktion im größten (L-)Gasfeld Groningen noch nicht weiter eingeschränkt hatte. Diese Ankündigung bzw. Bestätigung kam erst am 23. Juni mit Wirkung aufs zweite Halbjahr (Näheres siehe gedruckte ZfK-Juli-Ausgabe, Seite 11). (geo)