Schon in wenigen Jahren werden die Braunschweiger mit Wärme aus dem Biomasseheizkraftwerk versorgt. Zum Einsatz kommt überwiegend Altholz.
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BS Energy lässt sich Kohleausstieg 220 Mio. Euro kosten

Der Braunschweiger Versorger wendet sich ab von der Kohleverstromung. Ein Biomasse-Kraftwerk auf Altholz-Basis und ein Gasturbinen-Heizkraftwerk sind die neuen Projekte.

Grünes Licht für die größte Investition in der Firmengeschichte der BS Energy: Der Aufsichtsrat hat jüngst 220 Mio. Euro für den Bau eines Biomasse-Heizkraftwerks und eines Gasturbinenkraftwerks abgesegnet. Die Ära der Kohleverstromung geht damit zu Ende. Das Heizkraftwerk Braunschweig-Mitte verfügt über eine Leistung von 78 MWel.

Bis Ende 2022 will der Braunschweiger Versorger die neuen Anlagen ans Netz bringen. Die massive Umstrukturierung der Energieversorgung in Braunschweig wurde lange vorbereitet: Knapp drei Jahre untersuchte die BS Energy verschiedene Szenarien, wie die Modernisierung der Strom- und Wärmesparte aussehen könnte.

Weit unter den gesetzlichen Grenzwerten

Unter anderem war auch eine Abwärmenutzung der Salzgitter Flachstahl eine Option, die sich am Ende nicht durchsetzte. Allein das Biokraftwerk, welches mit Altholz befeuert werden soll, liefert vorraussichtlich 60 bis 80 MW für die Fernwärmeversorgung der Region. Das Gasturbinenkraftwerk sorgt mit 50 bis 70 MW für Leistung im Stromnetz und soll zudem mit dem gleichen Leistungsbereich die Wärmeversorgung an besonders kalten Tagen unterstützen. Schließlich bringen die Gasturbinen die dafür notwendige Flexibilität mit.

Nicht nur die Leistungskennwerte haben die BS Energy überzeugt, auch die Öko-Bilanz wird durch die Modernisierungen gestrafft. Schon heute liegt die Strom- und Fernwärmeerzeugung der Braunschweiger unter den gesetzlich erlaubten Emissions-Grenzwerten, nach den Umbaumaßnahmen sollen die CO2-Emissionen allerdings nochmal um die Hälfte reduziert werden, heißt es. Die Staubemissionen gehen laut Prognose sogar um 92 Prozent zurück.

Baubeginn der Anlage: 2020

Bis es soweit ist, muss allerdings noch weiter geplant, Ausschreibungen veröffentlich und mit dem Bau begonnen werden. BS Energy rechnet damit, dass spätestens im Frühling/Sommer 2020 die Bagger in der Hamburger Straße anrollen werden. (ls)