Friedhelm Rieke, Rainer Müller, Martin Uekmann und Dr. Ingo Kröpke auf dem Gebäude der MVA in Bielefeld-Heepen. Foto: Wolfgang Rudolf/Stadtwerke Bielefeld

Interargem ist jetzt rein kommunal

Die Stadtwerke Bielefeld haben dieser Tage die verbleibenden 51,2 Prozent Anteile an der Interargem GmbH von EEW Energy from Waste übernommen.

Damit sind die Stadtwerke Bielefeld mit 91,9 Prozent Mehrheitsgesellschafter. Die verbleibenden 8,1 Prozent halten kommunale Gesellschafter in der Region. Die Interargem (IAE) übernimmt mit ihren beiden Verbrennungsanlagen in Bielefeld und Hameln eine zentrale Rolle für die thermische Behandlung und energetische Verwertung von Abfällen in der Region, so die Stadtwerke. Beide Anlagen sind mit modernster Anlagentechnik und effizienter Rauchgasreinigungsanlagen ausgestattet. Die gesetzlichen Grenzwerte würden dabei nicht nur sicher eingehalten, "sondern deutlich unterschritten werden", heißt es von Seiten des Versorgers. Um diesen Standard zu erhalten, Kapazitäten auszubauen und die Energieeffizienz zu verbessern, wurden an beiden Anlagenstandorten insgesamt mehr als 200 Mio. Euro investiert. Insgesamt beschäftigt die Interargem 210 Mitarbeiter sowie zwölf Auszubildende.

Per Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen die Müllverbrennungsanlagen Fernwärme. Auf diese Weise werden an beiden Standorten jährlich etwa 320 Mio. kWh Strom und etwa 570 Mio. kWh Fernwärme produziert. Die Abfälle kommen hauptsächlich aus Ostwestfalen-Lippe, dem südliche Niedersachsen sowie den angrenzenden Regionen.

Die Stadtwerke kauften die restlichen Anteile vorzeitig. "Das ist eine gute Investition", so Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld und zugleich nebenamtlicher Geschäftsführer der IAE. Mit der Interargem sei man auf dem regionalen Entsorgungsmarkt hervorragend positioniert. Darüber hinaus wolle man das regionale Modell stärken und weiter ausbauen. Daher bieten die Bielefelder in den kommenden Monaten interessierten Gebietskörperschaften in der Region an, bestehende Anteile zu erhöhen oder sich als neue Gesellschafter zu beteiligen. Des Weiteren wolle man neue Geschäftsfelder aufbauen. "Der Bereich der thermischen Behandlung von Klärschlamm könnte interessant für uns sein", so  Rieke. (sg)