Mainova baut Pilotanlage zur Energiespeicherung

Frankfurt wird Modellstadt für die Power-to-Gas-Technologie.

Die Mainova AG wird eine Demonstrationsanlage bauen und betreiben, mit deren Hilfe Strom aus Wind und Sonne in Wasserstoff umgewandelt und in ein kommunales Gasnetz eingespeist wird. Die Anlage soll Ende 2013 in Betrieb gehen, pro Stunde 60 m3 Wasserstoff erzeugen und so in einer Stunde 3000 m3 mit Wasserstoff angereichertes Erdgas in das Frankfurter Verteilnetz einspeisen.

Die in dieser Demonstrationsanlage eingesetzte Technologie sei derzeit die einzige erkennbare Technologie, um große Mengen Energie zu speichern und gleichzeitig die Stromnetze unter Nutzung des bereits zur Verfügung stehenden Erdgasverteilnetzes zu entlasten, heißt es bei Mainova. Das Erdgasverteilnetz könne die Batterie der Zukunft sein, so Mainova-Chef Dr. Constantin H. Alsheimer.
Der Standort in Frankfurt eigne sich besonders, weil die gesamte Infrastruktur zum Anschluss einer Elektrolyseanlage auf dem Gelände vorhanden ist. Zudem sei ein notwendiger Mindestgasabsatz selbst in verbrauchsschwachen Sommermonaten gewährleistet, denn der Anteil von Wasserstoff im Erdgasnetz darf maximal 5 % betragen - und sogar nur 2 %, wenn sich wasserstoffsensible Verbraucher wie beispielsweise Erdgastankstellen im Netz befinden.

Zu den Projektpartnern gehören neben der Mainova AG die Badenova AG & Co. KG, Erdgas Mittelsachsen GmbH, Energieversorgung Mittelrhein GmbH, Erdgas Schwaben GmbH, Gasversorgung Westerwald GmbH, Stadtwerke Ansbach GmbH, Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, Thüga Energienetze GmbH, Wemag AG,
E-RP sowie die Thüga Aktiengesellschaft als Projektkoordinatorin. "Wir freuen uns, dass sich in diesem Projekt kleinere, mittlere und größere Partner der Thüga-Gruppe engagieren, denn die Strom zu Gas-Technologie wird für Versorgungsunternehmen aller Größenordnungen interessant werden", fasst Michael Riechel, Mitglied des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, die Zusammensetzung der Partner zusammen.

Das Unternehmen Enertrag hat in Prenzlau im Herbst 2011 ein erstes Hybridkraftwerk in Betrieb genommen, dass aus Windstrom per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. (wa/al)