Q-Cells übernommen, Bosch Solar kündigt Mitarbeiter

Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha übernimmt den insolventen Solarkonzern Q-Cells, Bitterfeld.

Der Vertrag wurde unterschrieben. Jetzt muss nur noch die Gläubigerversammlung am 29. August zustimmen, berichtet das Handelsblatt.Das Angebot der Südkoreaner beinhaltet nach dpa-Informationen, dass die Produktion in Deutschland fortgeführt wird. Neben der Übernahme von betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe sehe der Kaufvertrag außerdem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte das bisher erreichte Ergebnis. „Das Ergebnis bestätigt unsere Auffassung, dass die Solarbranche in Sachsen-Anhalt eine Zukunft haben kann. Das Land wird weiterhin alles daran setzen, damit die weiteren Hürden genommen werden.“

Das Thüringer Solarunternehmen Bosch Solar wird sein Erfurter Solar-Werk zum Jahresende schließen. Die derzeit in Erfurt stattfindende Produktion von Silizium-Dünnschicht-Modulen müsse aufgegeben werden. Es gebe für diese Technik keine Zukunftsperspektiven mehr, begründete eine Unternehmenssprecherin die Entscheidung gegenüber dem Rundfunksender MDR Thüringen. Den 130 betroffenen Mitarbeitern am Standort Erfurt werden innerhalb des Konzerns Arbeitsplätze angeboten.

Die Situation in der Branche sei angesichts der Überproduktion in China angespannt. Außerdem würden Dünnfilm-Module vor allem in großen Solarparks verwendet. Diese fördere der Staat kaum noch. Deshalb konzentriere man sich auf kristalline Solarzellen, die am Hauptstandort in Arnstadt hergestellt werden. In Arnstadt arbeiten fast 2500 Bosch-Solar-Mitarbeiter. An der Fertigung von Dünnfilm-Modulen wolle das Unternehmen jedoch festhalten. Diese werden in Brandenburg an der Havel produziert. (ad)