Verivox nimmt Tarife für Stromheizungen auf

Als wohl erstes Wechselportal ist Verivox in den Preisvergleich von Elektrizität für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen eingestiegen.

Anlass war offenbar die Freischaltung der fast bundesweiten Wärmepumpen- und Nachtspeicherheizungs-Angebote durch die Dresdner Verbrauchergenossenschaft M4Energy auf Verivox. Genossenschaftsmitglieder bekommen demgegenüber einen niedrigeren Preis.

Die Portal-Konkurrenten Check24 und Toptarif sind nach einer ZfK-Stichprobe noch nicht so weit. Verivox stellt bei Eingabe von 12 000 kWh/a Durchschnittsverbrauch einer Nachtspeicherheizung den Internetnutzer automatisch vor die Entscheidung für einen Gewerbetarif oder einen Nachtspeicher-/Wärmepumpentarif. Dann fragt die Benutzeroberfläche die Existenz von Hochtarif- und Niedertarifzählern und deren historischen Verbrauchsanteil ab. Check24 und Toptarif dagegen gehen wie selbstverständlich von einem einzigen Verbrauchszähler aus; Check24 schreibt sogar in seinem "Stromlexikon": "Für Nachtstrom gibt es derzeit leider noch praktisch keine Möglichkeit, den Stromanbieter zu wechseln."

Verivox erwartet eine "schnelle Marktöffnung" in diesem Segment. Der Hauptgrund für das bisherige faktische Monopol vieler Grundversorger bei Stromheizungen sei die Komplexität der temperaturabhängigen Stromlieferung mit betriebswirtschaftlichen Risiken für den Anbieter gewesen. Ein Einfamilienhaus mit Strom-Wärmepumpe benötigt demnach im Schnitt 7500 kWh/a, bezahlt dafür im Schnitt der Grundversorger 1630 € und könnte beim Wettbewerb bis zu 134 € oder 8,2 % sparen. Der Musterverbrauch einer Nachtspeicherheizung kostet durchschnittlich bei Grundversorgern 2334 €/a und lässt sich bei den Konkurrenten um bis zu 136 € oder 5,8 % drücken.

Die ZfK-Stichprobe mit einer Berliner Postleitzahl ergab zwei Anbieter: M4Energy und Naturstrom. Vattenfall als Grundversorger bietet einen solchen Tarif dort nicht. (geo)