Der Untergrundspeicher Wolfersberg bei München, eine Anlage der Bayerngas-Speichertochter Bayernugs. Hier der Erdgasvorwärmer. Bild: Bayerngas

Bayerngas-Konzern erarbeitet neue Strategie

Die Stadtwerke-Kooperation Bayerngas wird sich noch in diesem Jahr eine neue Strategie geben – bei guten Geschäftszahlen.

"Die Kooperation mit den Gesellschaftern wird wieder im Mittelpunkt stehen", sagte Bayerngas-Alleingeschäftsführer Günter Bauer heute bei der Bilanzpressekonferenz über die Marschroute. Noch in diesem Jahr werde der laufende "Strategieaufbau" im Dialog mit den Stadtwerke-Gesellschaftern "abgeschlossen" sein. Dann könne er mehr sagen, so Bauer.

Bayerngas hatte aus Anlass der Mehrheitsübernahme durch die Stadtwerke München (SWM) bekräftigt, ein Dienstleister für die gesamte kommunale Familie zu bleiben (Druckausgabe der ZfK, Februar 2013, Seite 24). In die Neuausrichtung werde ebenfalls das Vertriebsgeschäft und damit auch die 70%-Tochter Novogate einbezogen sowie das Explorations- und Produktions(E&P)-Geschäft in der Beteiligung Bayerngas Norge, so Bauer jetzt. Daher lasse sich auch noch nichts über die Nachfolge von Vertriebschef und Novogate-Co-Geschäftsführer Ulrich Mayr sagen.

Zum nächsten Jahreswechsel soll der Untergrundspeicher in Wolfersberg bei München in eine eigene Speichergesellschaft ausgelagert werden. Details wollte Bauer nicht nennen. An dem Speicher sind in einem komplizierten Vertragsgeflecht Bayerngas und RWE Dea engagiert.

Der Konzern Bayerngas steigerte 2012 den Absatz erneut und schrieb wieder Gewinn: Der Gasabsatz kletterte gegenüber 2011 von 77 auf 80 Mrd. kWh. Der Jahresüberschuss steigerte sich von 3 auf 26 Mio. €. Der Bilanzgewinn, also der Jahresüberschuss nach Verlustvortrag aus 2011, Ausschüttung und Gewinnrücklagen, wendete sich von –8 zu +26 Mio. €, u. a. durch einen negativen Saldo der Gewinnrücklagen von –24 Mio. € (2011: –47 Mio. €).

Auf Ebene der herrschenden GmbH hatte Bayerngas stets schwarze Zahlen geschrieben; sie verbesserten sich 2012 auf 31 Mio. €.

Bauer führte den Erfolg auf das gesteigerte Handelsvolumen zurück. Die Handelstochter Bayerngas Energy Trading GmbH – vor zehn Jahren als Actogas gegründet – erzielte einen profitablen Rekordumsatz von 1,4 Mrd. € (+68 %). Dagegen ging der Gasverkauf an Stadtwerke erneut zurück.

Bauer will seinen Gesellschaftern vorschlagen, den Bilanzgewinn nach Abzug einer Ausschüttung in Höhe von 18 % Rendite aufs eingesetzte Eigenkapital zu reinvestieren, und zwar im E&P- und im Netzgeschäft (Assets). Gesellschafter sind die Stadtwerke München (56 %), Augsburg, Landshut, Ingolstadt und Ulm/Neu-Ulm sowie die Tiroler Tigas. (geo)