RWE verkauft Koblenzer Kevag an Kommunen

Der Koblenzer Energieversorger Kevag ist wieder vollständig in kommunaler Hand.

Der RWE-Konzern hat seinen 57,5 %-Anteil an der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-Aktiengesellschaft (Kevag) an die EKO2 GmbH veräußert. An dieser Gesellschaft sind neben der Stadt Koblenz und den Stadtwerken auch die Thüga  sowie die Energiebeteiligungsgesellschaft Mittelrhein GmbH, eine Tochter der Energieversorgung Mittelrhein (EVM), beteiligt. Der Kaufpreis beträgt 221,5 Mio. €.

„Wir haben eine historische Chance genutzt“, betonte der Koblenzer Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. „Durch die Mehrheit an der Kevag ist unser Einfluss auf die Ausrichtung der Energieversorgung, des Nahverkehrs und der Telekommunikation in der Region deutlich gewachsen. Wir können dadurch die regionale Wertschöpfung intensivieren und kommunales Vermögen langfristig im Energiemarkt entwickeln.“

Die Kevag versorgt knapp 220 Städte und Gemeinden rund um Koblenz, Westerwald und Untermosel. Neben RWE war bislang die Stadt Koblenz mit 40 % sowie die Kreise Mayen-Koblenz und Westerwald mit insgesamt 2,5 % an der Kevag beteiligt.

RWE hatte 2011 angekündigt, dass auch Anteilsverkäufe an Regionalversorgern zum umfangreichen Maßnahmenpaket gehören, mit dem der Konzern seine Kapitalbasis stärken, Schulden abbauen und den finanziellen Handlungsspielraum für künftiges Wachstum wieder erweitern will. Nach dem Verkauf von Anteilen an Berlinwasser und an der Saarbrücker VSE sei die Abgabe der Kevag-Beteiligung ein weiterer Fortschritt bei der Umsetzung dieses Maßnahmenpaketes, erklärt RWE-Vorstand Dr. Rolf Martin Schmitz. (wa)