Für die meisten Verbraucher ist der klassische Stromtarif die beste Lösung. Neben dem Preis sind laut Verivox aber auch faire Vertragsbedingungen, wie kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig. Bild: Fotolia

Verivox: Stromtarife meist attraktiver als Flatrates

Die Zahl der Tarifmodelle im Stromvertrieb nimmt zu. Das Verbraucherportal Verivox zeigt die Vor- und Nachteile auf.

Feste Stromkontingente, Flatrates, Stromtarife nach Börsenpreis – die Zahl der Tarifmodelle der Stromversorger hat sich deutlich erhöht. Doch trotz der größeren Angebotsvielfalt bleibt der Standardtarif für die meisten Verbraucher die beste Lösung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Verbraucherportals Verivox.

Ungewöhnliche Tarifmodelle wie Strom-Flatrates und Stromtarife nach Börsenpreis befänden sich aktuell noch in einem Experimentierstadium und könnten preislich kaum mit dem herkömmlichen Modell mithalten, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Im Bereich der Standardtarife gebe es immer noch die größte Auswahl und damit hohes Sparpotenzial. Das Geschäftsmodell von Verivox beruht auf dem Vergleich von Grund- und Arbeitspreisen.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Stromversorger Flatrates eingeführt, darunter die MVV-Beteiligung Beegy, EnBW, Innogy und die Mönchengladbacher NEW. Bei einigen dieser Versorger sind die Angebote an Solaranlagen oder Stromspeicher gekoppelt. Andere bieten eine reine Flatrate an, die sich nach dem Vorjahresverbrauch richtet. Liegt der Stromverbrauch im Folgejahr viel höher, steigt der Strompreis. Liegt der Verbrauch weit darunter, wird der Kunde niedriger eingestuft.


Die gängigsten und für den Verbraucher vorteilhaftesten Tarifmodelle sind laut Verivox die klassischen Standardtarife, bestehend aus einem monatlichen festen Grundpreis und einem Preis pro verbrauchter Kilowattstunde. Für eine kleine Familie mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) liegen die Kosten im günstigsten verfügbaren Standardtarif laut Verivox im bundesdeutschen Schnitt bei 782 Euro (mit Bonus).

Die Standardtarife sind damit auch günstiger als die Vorauskasse, Strompakete oder Stromtarife nach Kilowattstunde. Aktuell bieten laut Verivox 56 Grundversorger – darunter ausschließlich örtliche Versorger – Vorauskasse an. Die Kosten für eine Drei-Personen-Haushalt liegen bei durchschnittlich 921 Euro (mit Bonus). Hier besteht aber das Risiko, dass die geleistete jährliche Vorauszahlung im Falle einer Insolvenz des Anbieters ganz oder teilweise verloren ist.

Eine weitere Variante der jährlichen Vorauszahlung sind Strompakete, bei denen eine bestimmte Menge Strom im Voraus gekauft wird. Fällt der Verbrauch geringer aus, verfällt das Guthaben. Wird mehr verbraucht, muss nachgezahlt werden. Aktuell bieten vier Grundversorger derartige Tarife an, die durchschnittlichen Kosten belaufen sich bei gleichem Verbrauch auf 1293 Euro (mit Bonus). Acht Versorger bieten Strompakete mit monatlicher Zahlung an, hier betragen die Kosten 875 Euro (mit Bonus).

Angeboten werden aber auch Stromtarife ohne monatlichen Grundpreis, bei denen aber dennoch monatliche Abschläge fällig werden. Hier wird ausschließlich nach einem Preis pro verbrauchter Kilowattstunden abgerechnet. Aktuell bieten 18 Stromversorger, darunter zwölf Grundversorger und sechs überregional aktive Energieunternehmen, derartige Tarife an. Die durchschnittlichen Kosten für einen Drei-Personen-Haushalt betragen 940 Euro (mit Bonus). (hoe)