Daniel Henne ist Alleingeschäftsführer der Stadtwerkekooperation Südweststrom in Tübingen. Bild: © Südweststrom

Südweststrom profitiert erneut von Fokussierungs-Strategie

Ein gestiegener Gewinn, der zur Hälfte im Unternehmen bleibt, trotzdem eine doppelte Ausschüttung für beteiligte Stadtwerke – aus Sicht von Südweststrom hat sich die 2017 eingeschlagene Neupositionierung bewährt.

Die Stadtwerke-Kooperation Südweststrom ist 2017 hochprofitabel gewachsen. Das geht aus einer Pressemitteilung aus Tübingen vom Montag über den Abschluss 2017 hervor, den sie auf ihrer Website veröffentlichte (hier externer Link).

Demnach stieg der Gewinn vor Steuern um 29 Prozent auf 2,6 Mio. Euro und der Jahresüberschuss (nach Steuern) um 74 Prozent auf 1,9 Mio. Euro. Aufsichtsratschef Stefan Kleck, Stadtwerkechef im badischen Bretten, äußerte seine Freude darüber, das Ergebnis sei fast nur aus dem operativen Geschäft gekommen und habe einen "starken" Rückgang des Finanzergebnisses mehr als ausgeglichen.

Fast sechs Prozent aufs Stammkapital

Vom Umsatz von 728 Mio. Euro entfiel ein Rekordwert von elf Mio. Euro oder 1,5 Prozent auf Dienstleistungen. Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber 2016 und nach Ansicht von Südweststrom ein "wesentlicher Indikator für den Unternehmenserfolg".

Vom Jahresergebnis wird beinahe eine Mio. Euro an die 59 Gesellschafter ausgeschüttet. Das entspricht fast sechs Prozent auf das gezeichnete Kapital. Das ist aber der geringere Teil des Rückflusses an die Stadtwerke. Der größere ergibt sich aus der Ausschüttung der Strom- und Erdgas-Portfoliopools von Südweststrom: Mehr als vier Mio. Euro gehen an jene unter den gut 140 Energieversorgern, die die Pooldienstleistung nutzen.

In Bilanzkreisen gut 33 TWh gedreht

Solche Pools sparen den einzelnen Versorgern teure Aktivitäten, um Bilanzkreise auszugleichen, weil sich Unter- und Überdeckungen in einer Vielzahl von Stunden bereits gegenseitig aufheben – ganz abgesehen von einer gezielten Bewirtschaftung. Bilanziell lieferte Südweststrom noch nie so viel an die Endkunden der Partnerstadtwerke wie 2017: mehr als 33 TWh Strom und Gas.

Trotzdem neue IT, neue Dienstleistungen

Für Alleingeschäftsführer Daniel Henne sind das Ergebnis und ein positiver Ausblick aufs laufende Jahr eine Bestätigung "in dem Kurs, uns auf das Kerngeschäft zu konzentrieren". Gleichzeitig habe Südweststrom zentrale Software-Entwicklungen, Digitalisierungsprojekte und neue Dienstleistungen "vorangetrieben".

Im März 2017 hatte der Aufsichtsrat die neue Fokussierungs-Strategie beschlossen. Die damit nicht voll einverstandenen Geschäftsführer Christian Köhler und Stefan Fella schieden damals aus. Der Vertrag von Henne, der seit 2007 bei Südweststrom ist, wurde bis 2022 verlängert. (geo)