Strom-Frontjahr auf Neun-Jahres-Tief

Der Kontrakt auf Stromlieferung im nächsten Jahr ist gestern auf 34,60 €/MWh gefallen.

Die geringe Nachfrage wegen des milden Wetters drückt die Strompreise weiter. Der an der Leipziger Strombörse EEX gehandelte Stromfuture für nächstes Jahr (Cal-15) fiel gestern (27. März 14) auf 34,60 €/MWh – dies stellt ein Neun-Jahres-Tief dar. Ein Handelsteilnehmer sprach gegenüber Reuters von anhaltenden Überkapazitäten.

Der niedrige Strom-Großhandelspreis hat auch Folgen für das Geschäft mit Emissionszertifikaten: Sie wurden im großen Stil verkauft, da sich die Erzeugung von Elektrizität für viele fossile Kraftwerksbetreiber so nicht lohnt. Die Verknappung des Zertifikateangebots durch die Verschiebung in spätere Jahre der Handelsperiode (Backload) wird damit offenbar überkompensiert. Ein CO2-Händler sagte Reuters, allein ein einziger Kollege habe gestern eine Verkaufsorder über 2 Mio. t abgegeben. Der Preis der Emissionszertifikate fiel drastisch auf 5,20 €/t ausgestoßenes CO2.

Die erneuerbaren Energien speisten gestern wieder kräftig ein. Wind und Photovoltaik brachten es zusammen in der Spitze auf 30 000 MW, wobei die Sonnenkraft allein zeitweise 22 000 MW generierte – wie häufig in diesem Monat. (al)