Zentrale der Stadtwerke Mainz AG in der Rheinallee 41 Bild: Stadtwerke Mainz

Mainz erhöht Ergebnis und Eigenkapitalquote

Trotz rückläufiger Umsatzzahlen sprechen die Stadtwerke Mainz von einem erfolgreichem Jahr. Auch das aktuelle Jahr entwickele sich bislang gut.

Den Geschäftszahlen von 2014 zufolge kletterte das Jahresergebnis der stadtnahen Gesellschaft nach Zahlung von Steuern und Abgaben auf 23,6 Mio. €. Das sind 13,3 Mio. € mehr als im Jahr zuvor. Der Ausgleich der Verluste der SWM-Tochter Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) von 15,6 Mio. € sind darin bereits berücksichtigt. „Die guten Geschäftszahlen für 2014 beinhalten allerdings auch eine Sonderausschüttung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), die 10 Mio. € über den Dividenden der Vorjahre lag", so Oberbürgermeister Michael Ebling. Damit können die Stadtwerke den Bau der Mainzelbahn im Wesentlichen ohne Kreditaufnahme verwirklichen.

Dank des positiven Jahresergebnisses stieg auch das Eigenkapital der SWM AG weiter: Es erhöhte sich um 16,1 Mio. € auf 227,1 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von 34,1 %, ein Jahr zuvor waren es noch 32,3 %. In diesem Zusammenhang dankte Vorstand Detlev Höhne der Stadt Mainz als Aktionärin. Gut entwickelt habe sich auch das Anlagevermögen der Stadtwerke, das im vergangenen Jahr um 49 Mio. auf 576,3 Mio. € kletterte.

Rückläufig haben sich dagegen die Umsatzzahlen entwickelt. Dies liege vor allem daran, dass die beiden Kraftwerke der Mainz-Wiesbaden AG, an der die SWM zur Hälfte beteiligt sind, im vergangenen Jahr etwa 47 % weniger Strom als 2013 erzeugten. Der Umsatz der Unternehmensgruppe beläuft sich auf 407 Mio. € – ein Rückgang von etwa mehr als 9 %.

An Konzessionen zahlten die Stadtwerke 17,2 Mio. € an die Stadt. Außerdem  unterstützten sie die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz mit 500 000 €. Neben Gewerbesteuer mit 0,8 Mio. € schütteten die Stadtwerke eine Dividende an die Zentrale Beteiligungsgesellschaft der Stadt Mainz beziehungsweise an die Stadt von insgesamt 7,5 Mio aus.

Auch das aktuelle Jahr entwickle sich gut: Laut Höhne liegt die Stadtwerke-Unternehmensgruppe in allen Geschäftsfeldern im Plan. Besondere Aufmerksamkeit wolle man der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) schenken. Das Kraftwerk 3 auf der ehemaligen Rheininsel Ingelheimer-Aue wird voraussichtlich 2500 h fahren, was positiv zu werten sei. Zudem arbeite man zusammen unter der Leitung des neuen KMW-Vorstands mit den Stadtwerken Mainz und der ESWE Versorgungs AG an einer künftigen Unternehmensstrategie. Bis 2015 soll es hier entsprechende Beschlüsse geben.

Beim Strom- und Gasvertrieb wolle man den Kunden anbieten, bei einem lokalen Anbieter Strom und Gas zu beziehen. Dazu werden die Stadtwerke kooperieren. Unterschiedliche Kooperationsangebote lägen bereits vor. Spätestens zur Aufsichtsratssitzung im Dezember soll die Entscheidung fallen, wann und mit wem man starte.

Die Mainzelbahn soll bis zum 1. Quartal 2017 rollen. Daneben habe man im Geschäftsfeld Mobilität auch viel für die ökologisch individuelle Mobilität durch das MVGmeinRad getan. Inzwischen seien die Nutzerzahlen des Mainzer Fahrvermietsystems auf über 420 000 Fahrten gestiegen. Der ADAC habe es sogar zu Deutschlands bestem Fahrradverleihsystem gekürt.

Im Zollhafen kamen die SWM im vergangenen Jahr bei der Entwicklung ihres Stadtquartiers auf 22 ha vorwärts: Am 3. Dez. 14 fasste der Mainzer Stadtrat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan, der seit Mitte Juni rechtskräftig ist. Inzwischen sind sechs der 28 Baufelder veräußert. Nun gehe es darum, einen Bebauungsplan zu erarbeiten.

Im Geschäftsfeld Wärme ist der zentrale Baustein die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung. So wurde vergangenes Jahr federführend durch die Stadtwerke-Tochter Thermago GmbH ein Wärmemasterplan für die Stadt Mainz mit dem Umweltamt entwickelt. Man sehe ein klares Potenzial für den Ausbau der netzgebundenen Wärmeinfrastruktur – also Fern- oder auch Nahwärme.

In den Ausbau und Erhalt der Netze haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr 45 Mio. € investiert. Laut Vorstand Dr. Tobias Brosze ist die Versorgungssicherheit in der Region eine der höchsten in Deutschland.

Bei den erneuerbaren Energien sind die Stadtwerke Mainz inzwischen an rd. 200 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 106 MWp sowie an 87 Windkraftanlagen mit 170 MW Leistung beteiligt. 2014 waren die SWM bei der Pfalzwind GmbH mit 50 % eingestiegen. Dort befinden sich 63 der 87 Windkraftanlagen. Hinzu kommt der Kauf einer Wasserkraftanlage. Bereits jetzt sei das Ziel für 2020, exakt 20 % des Strombedarfs von Mainz mit erneuerbaren Energien zu erzeugen, deutlich übertroffen. (sg)