Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hess AG

Nachdem am Montag (21. Jan) beide Vorstände des Leuchtenherstellers Hess entlassen wurden, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

In einer außerordentlichen Aufsichtsratsitzung sind Christoph Hess, Vorstand des Unternehmens und Peter Ziegler als CFO einstimmig und mit sofortiger Wirkung von ihren Positionen abberufen worden. Interne Recherchen hatten den Verdacht ergeben, dass es mit Kenntnis des Vorstands zu Verstößen gegen Bilanzierungsregelungen gekommen sei. In den Finanzberichten der Gesellschaft könnten deswegen für 2011 und 2012 die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage zu positiv dargestellt worden sein.

Der Aufsichtrat hat nun eine sofortige wirtschaftliche und rechtliche Sonderuntersuchung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte veranlasst. Als Nachfolger für Hess und Ziegler wurde Till Becker berufen. Die beiden geschassten Vorstände dürfen derweil das Firmengebäude nicht mehr betreten, so lokale Medien.

Die Ermittlungen zu der in Villingen-Schwenningen ansäßigen Hess AG gehen nun direkt nach Mannheim, zur "Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Fälle der Wirtschaftskriminalität". Allerdings müsse erst geprüft werden, ob überhaupt Verstöße gegen das Aktienrecht oder nach dem Handelsgesetz vorlägen, bevor ein Ermittlungsverfahren eröffnet werde.

Christoph Hess ließ über die Strategic Legal Services GmbH ausrichten, dass er von diesem Vorgang völlig überrascht worden sei während er auf Auslandsreise war. Er kenne die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nur aus der Presse und könne diese nicht nachvollziehen. Man habe ihm weder gesagt, was man ihm konkret vorwerfe, noch eine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. (sg)