Freispruch für Teldafax-Angeklagte?

Die drei Ex-Vorstände des insolventen Billigstromanbieters Teldafax lehnen laut "Handelsblatt" die vom Gericht ins Spiel gebrachte Bewährungsstrafe ab.

Bereits im November 2015 hatte es eine Kehrtwende im spektakulären Teldafax-Fall gegeben, das Gericht habe angeregt, die Anklage weitgehend fallen zu lassen. Die Angeklagten sollten lediglich eine Bewährungsstrafe erhalten. Die Staatsanwaltschaft soll sich laut "Handelsblatt" bereit gezeigt haben, sich auf diesen Deal einzulassen. Zuvor hatte sie bis zu fünf Jahre Haft für die Verantwortlichen von Teldafax wegen Insolvenzverschleppung gefordert. Die Indizienkette gegen die Angeklagten soll wasserdicht gewesen sein, schreibt das Blatt. Der Schaden für die 750 000 Gläubiger lag 2011 bei 500 Mio. Euro. Mehrere Manager unterhalb des Vorstands sind inzwischen wegen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung verurteilt. Ein Insolvenzrechtler und Unternehmensberater attestierten dem Skandal-Unternehmen für 2009 und 2010 die Insolvenzreife. Nun sollen sich die Experten nicht mehr recht an ihre Expertise erinnern, schreibt die Wirtschaftszeitung.

Finanzvorstand Alireza Assadi, der im Oktober 2009 bereits Insolvenz anmelden wollte und daher entlassen wurde, bekam zudem von der Verteidigung eine Anzeige wegen Falschaussage. Er war als Zeuge bei dem Prozess aufgetreten. Nun laufe laut der Staatsanwaltschaft Bonn ein Ermittlungsverfahren, da sich Assadi in einigen Randaspekten seiner Aussage möglicherweise falsch geäußert haben könnte, zitiert das Blatt. Der Finanzvorstand widerspricht dem. 

Die drei Ex-Vorstände wollen nun den Kompromissvorschlag des Gerichts auf Bewährungsstrafe jedoch ablehnen. Der Anwalt rechne nun nämlich laut eigener Aussage mit Freisprüchen für alle Angeklagten. (sg)