Das Rote Rathaus in Berlin, Sitz des Berliner Senats (Landesregierung) und des Regierenden Bürgermeisters. Bild: Helga Ewert / pixelio.de

Alliander-Bewerbung auf der Kippe

Die Aktionäre des niederländischen Versorgers fühlen sich vom Management übergangen. Ob es ein Gebot für das Berliner Gasnetz gibt, ist unklar.

Das Gebot für das Berliner Gasnetz von Alliander steht auf Messers Schneide. Schließlich haben sich jetzt die Aktionäre des niederländischen Versorgers zu Wort gemeldet. Offensichtlich haben es die Manager versäumt, die Gesellschafter über die Expansionspläne zu informieren.

"Am Mittwoch stimmte das Parlament der niederländischen Provinz Gelderland über die Expansionsstrategie Allianders ab", berichtete die "Welt". Die Politiker aus der  Region um die Stadt Arnheim haben einen hohen Einfluss, weil Gelderland 41 % von Alliander gehören. Die Provinz Nordholland und die Stadt Amsterdam, denen zusammen 18 % gehören, hatten sich bereits vor einigen Tagen gegen eine Abgabe des verbindlichen Angebots am 7. April ausgesprochen.

"Alliander wird in den nächsten sechs oder zwölf Monaten definitiv kein Angebot für eine deutsche Netzkonzession abgeben", sagte der Gelderländer-Abgeordnete Jan Markink lt. "Welt". Auch sein Kollege aus der Provinz Friesland, Retze van der Honing von den Grünen, beklagte sich: "Während des letzten Treffens hat uns Alliander gesagt, es seien keine spezifischen Investitionen geplant. Das stellt sich nun als unwahr heraus", schrieb der Politiker lt. "Welt" auf Twitter.

Das Management will sich noch nicht geschlagen geben: "Wir steigen nicht aus", sagte der Deutschland-Chef von Alliander, Ton Doesburg, am Donnerstag der Nachrichtenagentur DPS. "Wir warten ab, was die Aktionärsversammlung am 1. April sagt." Das Angebot sei unter Organvorbehalt abgegeben worden. Deshalb müsse die Entscheidung der Versammlung am kommenden Dienstag (1. April) abgewartet werden. Am 7. April ist Angebotsschluss für die Gaskonzessionsvergabe.

Die Arnheimer Zentrale von Alliander hat nach Worten einer Sprecherin jedoch entschieden, den Vorgaben der Politiker zu folgen und die Bewerbung fallen zu lassen, berichtet die "Welt". Denn die Zeit sei zu knapp. Die Pressestelle der Alliander-Zentrale ging auf Anfragen der ZfK nicht ans Telefon. (al)