Das AKW Philippsburg weicht einem Gleichstrom-Umspannwerk.
Bild: © Daniel Meier-Gerber/EnBW

AKW Philippsburg: Letzte Genehmigung für Rückbau von Block 1 erteilt

EnBW hat Block 1 des AKW bereits 2011 abgeschaltet, nun ist die letzte Genehmigung für den Rückbau da. Dieser kommt nach Angaben des Unternehmens gut vorab. Auch Umweltminister Untersteller freut sich über den Abschied von der Atomkraft.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg hatder EnBW die zweite und damit letzte Abbaugenehmigung für den Block 1 des Kernkraft­werks Philippsburg (KKP 1) erhalten. KKP 1 ist nach Angaben des Unternehmens damit das vierte der insgesamt fünf baden-württembergischen Kernkraftwerke, dessen Abbauprogramm im atomrechtlichen Rahmen in allen Teilumfängen genehmigt ist.

Der Block 1 in Philippsburg ist seit dem Jahr 2011 endgültig abgeschaltet. Die Stilllegungs- und erste Abbaugenehmigung hatte die EnBW laut Mitteilung im Jahr 2013 beantragt und im Jahr 2017 erhalten. Die nun erteilte zweite Abbaugenehmigung umfasst unter anderem den Abbau des sogenannten Biologischen Schilds sowie des Brennelementlagerbeckens. Beim Biologischen Schild handelt es sich um die massive Betonstruktur, die den Reaktordruck­behälter umgibt.

Rückbau kommt laut EnBW gut voran

Der seit 2017 laufende Rückbau von KKP 1 kommt laut EnBW gut voran. So wurden im Reaktorgebäude die Beton-Abschirmriegel sowie der Deckel des Reaktordruckbehälters (RDB) zerlegt. Ausbau und Zerlegung der Einbauten des RDBs wurden – fernbedient unter Wasser – bereits abgeschlossen. Aktuell werde an der Demontage der Betonhülle des Sicherheitsbehälters gearbeitet, der früher den RDB umgeben hat.

Außerdem läuft dort fortlaufend die Entfernung von Pumpen, Rohrleitungen, Kabeltrassen und elektrischen Einrichtungen. Im Maschinenhaus wurde u.a. der Generator ausgebaut – eine Komponente, deren Einzelteile zusammen über 500 Tonnen wiegen. Demontiert wurden darüber hinaus die Gehäuse der beiden Niederdruckturbinen sowie große Teile der Turbinen selbst. Die EnBW rechnet damit, dass der Rückbau von KKP 1 im atomrechtlichen Rahmen etwa 10 bis 15 Jahre dauern wird, gerechnet ab dem Beginn im Jahr 2017.

Untersteller: Welt ohne Atomkraft

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sprach von einem weiteren wichtigen Schritt hin zu einer neuen Welt ohne Atomkraft in Deutschland. Mit dem Rückbau würde Platz geschaffen für einen Konverter, um erneuerbare Energie aus dem Norden Deutschlands für uns im Land nutzbar zu machen. "Das macht Baden-Württemberg nicht nur sicherer, sondern vor allem auch zukunftsfähig." (amo)