Die markanten vier Schornsteine im VW-Werk in Wolfsburg
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Volkswagen steigt von Kohle auf Gas um

Es geht um zwei Kraftwerke, die das VW-Stammwerk in Wolfsburg und auch die Stadt selbst mit Strom beliefern. Der Umstieg von Kohle auf Gas erfordert den Bau einer neue Pipeline.

Seit rund 80 Jahren tun sie ihren Dienst: die beiden Kohlekraftwerke, die das Stammwerk der Volkswagen AG versorgen. Es geht um das alte Kraftwerk am Mittellandkanal, dessen vier Schornsteine fast schon zu Erkennungsmerkmalen der Stadt Wolfsburg geworden sind, sowie um eine neue Anlage, das „Heizkraftwerk West“. Doch nun soll Schluss sein mit der Kohleverstromung.  Volkswagen wird auf die weniger umweltbelastende Stromerzeugung aus Erdgas umstellen. Bevor das aber geschehen kann, muss eine rund 30 Kilometer lange und 40 Zentimeter starke Gas-Transportleitung gebaut werden.

Im Oktober 2021 könnte die Pipeline fertiggestellt sein. Betreiber wird die niederländische Gasunie mit Sitz in Groningen sein. In Walle im Landkreis Gifhorn, einige Kilometer nördlich von Braunschweig, könnte der Abzweig für die neue Pipeline entstehen. Dort ist der günstigste Standort für einen Abzweig von der bestehenden Gashochdruckleitung. Bis in rund drei Jahren werden damit die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die beiden Steinkohle-Kraftwerke in Wolfsburg modernisiert und auf Erdgas umgestellt werden können. Nach Angaben von VW werden sich dadurch jährlich rund 1,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen lassen. Die beiden Kraftwerke versorgen auch die Stadt Wolfsburg mit Energie.

Gasunie stellt Pläne vor

Die Pipeline-Pläne wird Gasunie am Dienstag, 24. April, auf Einladung des Regionalverbandes Großraum Braunschweig bei einer Antragskonferenz vorstellen. Der Verlauf der Röhre steht durchaus noch nicht fest, vielmehr werden Vertreter von Behörden und Trägern öffentlicher Belange über Details des Projektes sowie über mögliche Trassenführungen informiert. Die Genehmigung für den Bau der Pipeline erwartet Gasunie im Herbst 2020, und bereits ab Oktober 2021 sollen die VW-Kraftwerke mit Erdgas beliefert werden. Der bei Gasunie zuständige Projektleiter Alexander Maus: „Als Gasinfrastruktur-Betreiber unterstützen wir das Vorhaben des VW-Konzerns, einen nachhaltigen Beitrag zur Entlastung der Umwelt durch die Umstellung der Kohlekraftwerke zu leisten.“ (sig)