Werner Bähre (von links), Geschäftsführer der Energie Südbayern und der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker bei der Vertragsunterzeichung im Rathaus. Bild: © Stadt Pfaffenhofen an der Ilm

Pfaffenhofen übernimmt Gasnetz wieder selbst

Die oberbayerische Kreisstadt übernimmt die Mehrheitsanteile am städtischen Gasnetz von der Energie Südbayern.

Das Gasnetz der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm gehört wieder mehrheitlich der Kommune. Im Rathaussaal der Kreisstadt unterzeichneten am vergangenen Dienstag Vertreter der Stadt und der Gasversorgung Pfaffenhofen (GVP) einen entsprechenden Konzessionsvertrag. Für diesen weiteren Schritt in Richtung Rekommunalisierung wurde eigens die GVP gegründet, deren Gesellschafter sowohl die Energie Südbayern (ESB) als auch die Stadtwerke sind, heißt es in einer Medienmitteilung. Die Mehrheit der Anteile halten die Stadtwerke. Im Vertrag vereinbart ist unter anderem, dass die Stadtwerke die Betreuung der Kunden und die kaufmännische Abrechnung übernehmen. Das hundertprozentige Tochterunternehmen der ESB, die Energienetze Bayern (ENB), gewährleistet den technischen Betrieb.

Die GVP hatte sich in einer öffentlichen Ausschreibung für die Gasnetzkonzession gegen einen Mitbewerber durchsetzen können. Ab 1. Januar wird die GVP das Gasnetz im Stadtgebiet betreiben. "Der Konzessionsgewinn ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg einer nachhaltigen Stadtentwicklung", sagte Bürgermeister Thomas Herker. Über das neue Unternehmen könne man nun mehr Einfluss auf die konkrete Entwicklung vor Ort nehmen und die selbst gesteckten Klimaschutzziele umsetzen. Laut einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks wollen der Bürgermeister und die Stadtratsfraktion den Energieverbrauch der Stadt bis 2018 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien abdecken. Aktuell stammt rund 70 Prozent der verbrauchten Energie in Pfaffenhofen aus Ökostrom, vor allem aus Biomasse, Sonnenenergie und Wasserkraft.

Die restlichen 30 Prozent soll der Bürgerwindpark Pfaffenhofen am Förnbacher Forst mit drei Windrädern liefern. Über dieses Projekt wird am 23. Oktober im Rahmen eines Bürgerentscheids abgestimmt. Bis 2021 soll der Ökostrom mit Hilfe einer Power-to-Gas-Anlage auch gespeichert werden können. (hoe)