„Arglose Kunden aufs Kreuz gelegt“

Stadtwerk am See erwirkt einstweilige Verfügung gegen unlautere Telefonwerbung eines bundesweit agierenden Discounters.

Das Stadtwerk am See hat gegen einen Wettbewerber eine Unterlassungsverfügung erwirkt, der unter falschen Angaben Kunden des Stadtwerks abwerben wollte. Die unseriösen Telefonwerber hatten in mehreren Fällen Stadtwerk-Kunden getäuscht und so versucht, Vertragsabschlüsse zu erschleichen. Das Landgericht Ravensburg hat auf Antrag des Stadtwerks am See nun eine einstweilige Verfügung erlassen.
 
„Wir sind entsetzt über die Unverfrorenheit, mit der hier arglose Kunden aufs Kreuz gelegt wurden“, erklärt Ulrich Längle, Vertriebsleiter beim Stadtwerk am See. Im Juni und Juli 2016 hatten viele Kunden des Stadtwerks unseriöse Anrufe bekommen – „ohne deren Einwilligung, was allein schon nicht erlaubt ist“, berichtet Längle. Die Anrufer behaupteten, sie seien Mitarbeiter des Stadtwerks am See oder arbeiteten mit dem Stadtwerk zusammen, und es ginge lediglich um einen Tarifwechsel. Die Telefonwerber fragten nach Zähler- und Kundennummer sowie persönlichen Daten. Auch wenn Kunden keinen Auftrag erteilten, bekamen sie wenige Tage nach dem Telefonat eine Auftragsbestätigung für einen Anbieterwechsel zugeschickt, so die Kundenaussagen.
 
Stadtwerk-Kunden bestätigten die Vorwürfe eidesstattlich, nachdem das Konkurrenzunternehmen sie bestritten hatte. Das Landgericht Ravensburg bestätigte nun, dass das Unternehmen, ein bundesweit agierender Discounter für Strom und Gas, die „unlautere Telefonwerbung“ nicht mehr fortsetzen darf. Im Falle einer Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 000 Euro. (wa)