Harsche Kritik an den Branchenschwergewichten: Constantin Alsheimer Bild: @ Mainova

Mainova-Chef fordert einheitliche CO2-Bepreisung

An dem europäischen Emissionshandel müsse aber festgehalten werden, fordert Alsheimer. Operativ ist die Mainova im ersten Halbjahr auf Kurs.

Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer befürwortet die derzeitige politischen Debatte um die CO2-Bepreisung: "Für die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende ist eine einheitliche CO2-Bepreisung auch für den Wärmemarkt und den Verkehrssektor erforderlich. Dabei sollte an dem bereits gut funktionierenden Instrument des europäischen Emissionshandels (ETS) festgehalten werden". Der Vorstandsvorsitzende fordert jedoch angesichts der großen Herausforderungen im Zuge der Energiewende "verlässliche politische Rahmenbedingungen".

Vor diesem Hintergrund begrüßt Mainova die von der Bundesregierung angestrebte Weiterentwicklung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG). Alsheimer: "Fernwärme ist im Vergleich zu anderen Arten der Wärmeerzeugung preiswert und nachhaltig. Sie ist ein unverzichtbarer Baustein, um die Energiewende im urbanen Raum nach vorne zu bringen. Deshalb muss das Gesetz, wie von der Kohlekommission gefordert, bis 2030 verlängert werden."

Kritik am Megadeal in der Branche

Alsheimer erneuerte zudem seine Kritik am geplanten Deal zwischen den Energieversorgern RWE und Eon: "Dies käme einem kompletten Umbruch in der Energiewirtschaft gleich. Allein das fusionierte Unternehmen Eon würde eine unangemessene Marktmacht zum Nachteil der Wettbewerber und damit aller Verbraucher erlangen." In einem gemeinsamen Standpunkt mit anderen Energieversorgern hat Mainova die Gründe dargelegt, die gegen eine fusionsrechtliche Freigabe des geplanten Deals sprechen. Dort werden auch mögliche Auflagen vorgeschlagen, falls die EU-Kommission eine Freigabe erwägen sollte.

Die Mainova AG hat zugleich auch ihr bereinigtes Ergebnis für die ersten sechs Monate 2019 vorgestellt. Der Gewinn stieg leicht um 1,4 Mio. auf 70,5 Mio. Euro. Grundlage dafür war eine über alle Segmente stabile Entwicklung. "Die Mainova AG hat das erste Halbjahr 2019 trotz des schwierigen Wettbewerbsumfelds erwartungsgemäß auf Vorjahresniveau abgeschlossen", so Alsheimer.

Gleichbleibend stabiles Geschäft

Das Ergebnis in der Stromversorgung stieg um 2,2 Mio. Euro, und das vor allem aufgrund des Netzgeschäfts. Im ersten Halbjahr 2018 hatte die Mainova in diesem Segment noch rund 100.000 Euro draufgelegt. Der Gewinn im Segment Erzeugung und Fernwärme verringerte sich aufgrund eines Einmaleffekts bei einer Beteiligung um 1,6 Mio. auf 5,7 Mio. Euro. In den Segmenten Wasserversorgung, Gasversorgung, erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen sowie Beteiligungen blieben die Ergebnisse quasi unverändert.

Im ersten Halbjahr 2019 steigerte Mainova die Investitionen um rund zwei Drittel auf 65,3 Mio. Euro, das ist ein Plus von 25,8 Mio. Euro gegenüber dem 1. Halbjahr 2018. Neben dem fortlaufenden Netzausbau vor allem im Frankfurter Osten und Norden investierte Mainova unter anderem auch in einen Windpark in der Region. Der Vorstand erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2019 ein bereinigtes Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau. (sig)