Bayernwerk sperrt Care Energy das Netz

Der Discounter Care Energy hat seit Anbruch des gestrigen Tages (26. Sep. 13) im Verteilnetz des Bayernwerks keine Stromkunden mehr.

Die MK-Group Holding als Inhaberin der Marke Care Energy teilte mit, die Bayernwerk AG habe am Mittwoch (25. Sep. 13) nach 17 Uhr den Lieferantenrahmenvertrag mit dem Discounter auf den Folgetag, 0 Uhr, gekündigt. Die Care-Energy-Kunden seien somit in die "Grundversorgung" des Marktführers im Netz des Bayernwerks, vormals Eon Bayern AG, gefallen. Dies ist die Eon Bayern Vertrieb GmbH. Beide gehören nach wie vor zu 100 % zum Eon-Konzern.

MK-Geschäftsführer Martin Kristek kündigte an, wie schon bei früheren Kündigungen durch Verteilnetzbetreiber – wie Thüringer Energienetze (TEN), Zwickauer Energieversorgung und Netzdienste Rhein-Main (eine Mainova-Tochter) – gerichtlich dagegen vorzugehen. Landgerichte hatten den Netzbetreibern jeweils in Eilverfahren aufgegeben, die Netzsperren aufzuheben; das Landgericht Erfurt hatte die Angaben von TEN über die Zahlungsfähigkeit von Care Energy als zu spekulativ für eine Kündigung angesehen.

Für Kristek ist die Netzkündigung unverständlich. Vor allem sei man mit den Netzentgelten nicht im Rückstand, schreibt der Österreicher, sondern habe sie in "Vorauskassa" bis Ende diesen Monats beglichen. In einer etwas verworrenen Pressemitteilung deutet Kristek einen Streit mit Bayernwerk über die Übertragung der Netznutzung auf die Endkunden an.

Die Bayernwerk AG gab auf ZfK-Anfrage an, es seien Forderungen an Care Energy offen. Der Discounter habe die Vorauszahlungsvereinbarung mit dem Bayernwerk nicht eingehalten. Zur Höhe des offenen Betrags nahm der Verteilnetzbetreiber nicht Stellung. Zu einer direkten Netznutzung durch Endkunden sei das Bayernwerk generell bereit. Dies gehe aber derzeit mit den Care-Endkunden nicht, da der Lieferantenrahmenvertrag mit dem Discounter gekündigt sei. Die Endkunden müssten mit dem Bayernwerk jeweils einen neuen Netznutzungsvertrag abschließen. (geo)