Das Kraftwerk Westfalen der RWE Power AG in Hamm-Uentrop: im Zentrum des Bildes die Blöcke D + E Bild: Wikipedia/Tim Reckmann

Black Gekko: Hamm steigt aus

Nach Berichten des Westfälischen Anzeigers belaufen sich die Verluste auf etwa 25 Mio. Euro.

Das Kapitel "Black Gekko", das Gemeinschafts-Kraftwerk Steinkohle in Hamm-Uentrop (Block D), ist jetzt auch für die Stadtwerke Hamm vorüber. Ende des Jahres beschloss der Aufsichtsrat den Totalausstieg aus dem Investment, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der ZfK.

Bekanntlich hatten sich 23 Stadtwerke an dem von RWE geplanten 800-MW-Kraftwerk beteiligt. Zunächst verzögerten Mängel an Schweißnähten den Bau und im Herbst 2013 kam es zu einem versehentlichen Ausschütten großer Mengen von Salzsäure, die Kessel und Turbine nachhaltig ruinierten. Im Dezember 2015 kam dann das endgültige Aus für den Meiler.
 

Zwei Optionen standen zur Debatte

 

Der Betreiber RWE bot den zu 23 Prozent beteiligten Stadtwerken zwei Optionen an: den Vollausstieg oder einen Teilausstieg samt einen 18-jährigen Stromliefervertrag. Bis auf vier Stadtwerke entschieden sich ein Großteil der beteiligten Stadtwerke für einen schnellen Vollausstieg. Die Stadtwerke Hamm plädierten für einen Teilausstieg und schrieben im Jahr 2015 etwa 13 Mio. Euro auf das Investment ab, berichtete der "Westfälische Anzeiger". Und in der jüngsten Bilanz wurde ein ähnlicher Betrag abgeschrieben, so dass am Ende ein Verlust von etwa 25 Mio. Euro steht, so das Blatt.

Die Sprecherin der Stadtwerke Hamm wollte die Zahlen gegenüber der ZfK nicht bestätigen, da solche Daten unter die Verschwiegenheitsklausel fallen. Vielmehr sagte sie, dass die Stadtwerke Hamm aus Bilanzgründen diesen Weg hätten gehen müssen. Die Abschreibung der Investition sei auf zwei Etappen erfolgt, damit die Gewinnausschüttung an die Stadt nicht in Gefahr geraten wäre. (al)