Der Firmensitz der Stadtwerke Bochum Stadtwerke Bochum

Bochum hadert mit den zwei Systemen

Mit dem Ergebnis für 2012 sind die Stadtwerke Bochum zufrieden, aber die energiepolitischen Rahmenbedingungen erschweren das strategische Handeln.

Der deutsche Energiemarkt sei gekennzeichnet durch zwei völlig verschiedene Systeme für die Energieerzeugung: Während die erneuerbaren Energien eine feste und vorrangige Einspeisevergütung haben, gelten für die konventionellen Kraftwerke wettbewerbliche Regeln. Mit weitreichenden Folgen, die der Sprecher der Geschäftsführung, Bernd Wilmert erklärt: „Diese massiven Unterschiede zwischen den beiden Systemen führen zu erheblichen Verwerfungen und wirken sich nachteilig auf das Marktgeschehen aus. Auf der einen Seite wird es immer schwieriger, selbst mit hocheffizienten konventionellen Erzeugungsanlagen im Markt zu bleiben und entsprechende Investitionen zu finanzieren. Auf der anderen Seite wird bei den erneuerbaren Energien weiter in Anlagen investiert, die Energie fernab vom Marktpreis produzieren, deren marktseitige Auslastung aber gesetzlich sichergestellt wird.“

Auf der Bilanzpressekonferenz erklärte Wilmert: „Bezogen auf unser operatives Stammgeschäft können wir mit dem vergangenen Geschäftsjahr durchaus zufrieden sein". Ohne die energiewirtschaftlichen Belastungen wäre das Ergebnis eines der besten in der Geschichte des Unternehmens. Es werde allerdings durch Vorsorgeleistungen für künftig zu erwartende Verluste aus den Kraftwerks- und Speicherbeteiligungen belastet.

Der Stromabsatz inner- und außerhalb des Konzessionsgebiets stieg um 12 % auf 2,24 Mrd. kWh. Der Absatz der Gasversorgung lag mit 2,35 Mrd. kWh aufgrund der kühlen Witterung 7 % über dem Vorjahresniveau. Eine ähnliche Tendenz verzeichnete der Fernwärmeabsatz, der mit 380,3 Mio. kWh um 12 % kletterte. Der Absatz der Wasserversorgung reduzierte sich um 3 % auf 24,1 Mio. m3. Die Gewinnabführung an die Stadt Bochum belaufe sich auf 38 Mio. €. (wa)