Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer.
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Alsheimer: "Energiewende kann wieder auf Erfolgsspur gebracht werden"

Der Mainova-Chef fordert Änderungen am Strommarktdesign. Der Regionalversorger setzt derweil seinen Erfolgskurs fort.

Der mehrheitlich kommunale Versorger Mainova hat im ersten Halbjahr das bereinigte Konzernergebnis (EBT) deutlich von 57,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 69,1 Mio. Euro gesteigert. Maßgeblichen Anteil daran hatten die Beteiligungen an einzelnen Energieversorgern sowie Ergebnissteigerungen bei den Erneuerbaren Energien sowie in der Wärmeversorgung. Auch beim Kundenbestand gab es deutliche Zuwächse, der Versorger gewann 17000 neue Kunden im Strom- und Gasbereich. Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer sprach von einem guten Ergebnis und wertete die steigenden Kundenzahlen und die konstant hohe Kundenzufriedenheit als Bestätigung der Vertriebsstrategie. Insgesamt erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2018 ein bereinigtes Ergebnis leicht über dem Vorjahreswert.

Gaskraftwerke weiterhin nicht rentabel

Unter Druck bleibt weiterhin die Erzeugung. Vor allem der Betrieb der Gaskraftwerke sei unter den herrschenden Rahmenbedingungen seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel. "Die Energiewende kann wieder auf die Erfolgsspur gebracht werden. Es bedarf jedoch einer Überarbeitung des Strommarktdesigns", appellierte Alsheimer an die Politik. Versorgungssicherheit und Flexibilität müssten einen Preis erhalten. Außerdem gelte es, den Wärmemarkt und den Mobilitätssektor stärker in die Energiewende mit einzubeziehen", so der Mainova-Vorstandsvorsitzende.

Neue Segmentsberichterstattung

Mit Blick auf die Strategie Mainova 2028 und die Vision "Erste Wahl für Energielösungen" wurden die Segmente im Geschäftsbericht neu geordnet. "Damit betonen wir, dass wir die Zukunft vor allem in integrierten Produkt- und Dienstleistungsangeboten sehen", erklärt Alsheimer im Vorwort zum Geschäftsbericht. Das klassische Commoditygeschäft mit Strom, Gas, Wärme und Wasser sei hier explizit eingeschlossen. Diesen Fokus möchte man sichtbar machen. Hierfür diene zum Beispiel das Segment "Erneuerbare Energien/Energiedienstleistungen“. Ähnlich verhalte es sich mit "Erzeugung und Fernwärme". In diesem Segment bündele man nun unter anderem sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Fernwärme einschließlich der Wärme- und Stromproduktion in Frankfurt. So unterstreiche man das zentrale strategische Thema "Den Wandel meistern“, bei dem man unter anderem Entscheidungen zur Dimensionierung der künftigen Strom- und Wärmenetze sowie die Einbindung neuer Technologien für Strom- und Wärmeerzeugung anstrebe.

Netzanschluss des Terminal 3 am Flughafen

Das Segment Erzeugung und Fernwärme legte im ersten Halbjahr um 3,9 Mio. Euro auf 7,3 Mio. Euro zu. Deutlich gestiegene Erzeugungsmengen bei den Wind und PV-Anlagen führten im Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen zu einem deutlichen Zuwachs von 3,9 auf nunmehr sechs Mio. Euro. Im Segment Beteiligungen betrug der Gewinnsprung 7,3 Mio. Euro auf 29,6 Mio. Euro. Die Mainova  investiert weiterhin in die Versorgungssicherheit von Frankfurt, im Fokus stehen dabei aktuell die Verstärkung der Stromnetze im Osten Frankfurts sowie der Netzanschluss des Terminals 3 am Flughafen. (hoe)