Die Geschäftsführer der Stadtwerke-Kooperation Südwestdeutsche Stromhandelsgesellschaft mbH (Südweststrom, von links): Christian Köhler und Daniel-Klaus Henne.
Bild: Südweststrom GmbH

Höhere Ausschüttung bei Südweststrom

Bilanz 2014: Der Umsatz erniedrigte sich aufgrund des milden Winters und der niedrigen Börsenpreise. Durch neue Gesellschafter erhöhte sich das Eigenkapital.

Die Südwestdeutsche Stromhandels GmbH (Südweststrom) hat im Geschäftsjahr 2014 734 Mio. € (2013: 860 Mio. €) umgesetzt und dabei einen Jahresüberschuss von 5,8 Mio. € erwirtschaftet. Die beteiligten Stadtwerke erhalten eine Ausschüttung von 5,94 % auf das eingezahlte Stammkapital – insgesamt fast eine Million Euro. Dieser Wert ist doppelt so hoch wie die im Gesellschaftervertrag geregelte Mindestverzinsung des Stammkapitals, erklärte Südweststrom.

Der gesamte Absatz von Strom und Erdgas ging zurück auf 29,5 Mrd. kWh (Vorjahr 32,5). Der niedrigere Absatz liege überwiegend begründet in der milden Witterung im vergangenen Jahr. Der Jahresüberschuss stieg von 2,8 Mio. € auf 5,8 Mio. €. Die Zahl der teilnehmenden Energieversorger im Strom-Portfolio-Pool erhöhte sich auf 115 (107 im Geschäftsjahr 2013), im Erdgas-Portfolio-Pool auf 80 (79 im Vorjahr).

Christian Köhler, Geschäftsführer Finanzen, sagt: "Wir haben das Geschäftsjahr mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen. Der niedrigere Umsatz ist begründet in den rückläufigen Großhandelspreisen für Strom und dem niedrigeren Erdgasabsatz in den sehr milden Wintern." Der Jahresüberschuss 2014 ist beeinflusst durch einen einmaligen Sondereffekt.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Köhler mit einem wesentlich niedrigeren Jahresüberschuss. "Wir verfolgen einen genossenschaftlichen Ansatz. Finanzielle Vorteile geben wir an unsere Gesellschafter und Kunden weiter", sagt Christian Köhler. Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Kleck ergänzt: "Das Unternehmen ist in zwei wichtigen Bereichen gewachsen: Südweststrom hat zwei neue Gesellschafter gewonnen und das Eigenkapital deutlich ausgebaut." Das Eigenkapital stieg von 34 Mio. € (2013) auf über 39 Mio. €.

Südweststrom und die Gesellschafter profitieren davon: Es können neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien vorfinanziert werden. Zudem ist die Stadtwerke-Kooperation besser abgesichert gegen die steigende Volatilität auf den Beschaffungsmärkten für Strom und Erdgas. Im vergangenen Jahr sind die Stadtwerke Müllheim Staufen und die Stadtwerke Horb dem Verbund beigetreten.

Für die 115 am Strom-Portfolio-Pool teilnehmenden Energieversorger hat Südweststrom im vergangenen Jahr die Beschaffung und die Dienstleistungen weiter optimiert. "Zusammen mit den Stadtwerken haben wir die Prognosequalität in unserem Bilanzkreismanagement enorm verbessert. Die Stadtwerke haben so Ausgleichsenergiekosten in mehrfacher Millionenhöhe vermieden", erklärt Daniel-Klaus Henne, Geschäftsführer Handel und Dienstleistungen.

Seit 2013 gibt es bei Südweststrom ein eigenes Team, das die Stadtwerke dabei unterstützt, die Qualität von Verbrauchsprognosen zu verfeinern. Ein weiteres Team steuert Erzeugungsanlagen und größere Stromabnahmestellen auf Basis kurzfristiger Preissignale an den Strombörsen. Die bereits umgesetzten Weiterentwicklungen des Strom-Portfolio-Pools sind für Henne besonders wichtig: "Die Intraday-Anbindung von flexiblen Kapazitäten der Erzeugungsanlagen und Abnahmestellen über die Beschaffungsplattform von Südweststrom wird den Stadtwerken strategisch den Marktzugang auf der höchsten Wertschöpfungsstufe im Energiehandel sichern – auch bei den anstehenden Weiterentwicklungen des sogenannten Energy-only-Marktes."

Zusammen mit Gesellschaftern und Kunden will die Stadtwerke-Kooperation die Entwicklung neuer Geschäftsfelder noch intensivieren. Dafür wurden im Juli 2015 die Geschäftsbereiche neu aufgestellt und Stefan Fella als Geschäftsführer Markt bestellt. Den Geschäftsbereich Handel und Dienstleistungen leitet Daniel-Klaus Henne. Christian Köhler verantwortet den Geschäftsbereich Finanzen. (al)