Zwei Verbio-Mitarbeiter bei der Auslieferung der Desinfektionsmittel
Bild: © Verbio AG

Corona-Krise: Verbio stellt Desinfektionsmittel aus Ethanol her

Der Biokraftstoff-Anbieter Verbio produziert nun auch Desinfektionsmittel. Beliefert werden Apotheken in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Krankenhäuser.

Verbio steigt in der Corona-Krise in die Herstellung von Desinfektionsmitteln ein. Am Standort Zörbig in Sachsen-Anhalt entsteht aus dem Bioethanol, das sonst als Kraftstoff eingesetzt wird, ein Handdesinfektionsmittel.

"Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Knappheit von Desinfektionsmittel alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die technische Machbarkeit der Produktionsumstellung von Bioethanol als Kraftstoff zu Bioethanol als Basis für Desinfektionsmittel zu realisieren. Zeitgleich haben wir die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt und eine entsprechende Sondergenehmigung bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beantragt. Diese wurde erteilt und wir dürfen nun ein Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion gemäß Empfehlung der WHO herstellen und an Krankenhäuser und Apotheken ausliefern", erläutert Oliver Lüdtke, zuständiger technischer Vorstand bei Verbio.

Herausfordernde Umstellung

Nach Unternehmensangaben habe man die Produktion und Abfüllung in nur wenigen Tagen angepasst – eine echte Herausforderung, wie Verbio-Geschäftsführer Wolfram Klein erläutert.  "Bioethanol, der als Biokraftstoff verwendet wird, ist nicht geschmacks- und geruchsneutral. Der gesamte Herstellungsprozess musste umgestellt werden, um diese wichtige Anforderung zu erfüllen."

Kopfzerbrechen bereitete auch der Aufbau der Logistik. "Normalerweise liefern wir unser Bioethanol in Tankzügen oder Tank-Lkw an unsere Kunden, die Mineralölunternehmen. Jetzt bieten wir Desinfektionsmittel in 10-Liter und 20-Liter Kanistern und 220-Liter Fässern an. Das ist ein großer Unterschied", sagt Klein.

Noch Luft nach oben

40.000 Liter Desinfektionsmittel stellt Verbio pro Woche aktuell her. Die Produktionsmengen sollen sukzessive weiter hochgefahren werden. (amo)