Das Verwaltungsgebäude des Stadtwerks am See

Bilanz: Stadtwerk am See fährt Rekorde ein

Nie zuvor schloss man mehr Häuser ans Netz an, machte mehr Umsätze mit Dienstleistungen und baute so viele Wärmeanlagen, so der SWS-Geschäftsführer.

"Ein sehr gutes Jahr hinter und viele spannende Projekte vor sich", habe das Stadtwerke am See (SWSee), so das Fazit von Geschäftsführer Alfred Müllner zur Bilanz für 2014.

So erwirtschaftete das SWSee 14,2 Mio. €. Begünstigt wurde das Ergebnis von einem Sondereffekt – dem Verkauf zweier Gasnetze. Der Regionalversorger aus der Bodenseeregion hat damit trotz sinkendem Umsatz und Energieabsatz einen hohen Überschuss vorzuweisen. Den Gewinn bewertet der Aufsichtsratsvorsitzende des SWSee und Oberbürgermeister von Friedrichshafen Andreas Brand umso höher, "weil der Wettbewerb in der Energiewirtschaft sehr aktiv und die gesetzlichen Rahmenbedingungen immer komplexer werden". Die Investitionen lagen auf einem Rekordniveau: 18,3 Mio. € flossen hier – so viel wie nie zuvor in der Geschichte des SWSee.

OB Brand freute sich zudem über die Übernahme von drei Konzessionen in der Region innerhalb der letzten 18 Monate: Die Stromkonzession in Daisendorf sowie die Gaskonzessionen in Frickingen und Heiligenberg.

Die Kommunikationstochter Teledata habe trotz Investitionen in den Netzausbau Gewinne abgeworfen. 2014 waren das 302 000 € – weit mehr als ein "willkommener Nebeneffekt", so Brand.

Über Gewinn und Investitionen hinaus sei das ein sehr gutes Jahr gewesen: "Wir haben nie zuvor mehr Häuser neu ans Energienetz angeschlossen, nie zuvor mehr Umsätze mit Dienstleistungen gemacht, nie so viele Wärmeanlagen gebaut", zählt Geschäftsführer Müllner auf.

Zu einem richtig guten Jahr hätten nur niedrige Temperaturen im Winter gefehlt, so seine Bilanz. Durch den milden Winter habe das SWSee rd. 20 % weniger Gas und Wärme verkauft. "Das haben wir gemerkt, insbesondere weil der Winter zuvor recht streng war", so Müllner. Der Absatz bei Strom, Gas, Wärme und Wasser sank. Der Umsatz ging in der Folge gegenüber dem Vorjahr auf 167,3 Mio. € zurück. Ein Jahr zuvor waren es noch 179,6 Mio. € gewesen.

Zentrale Strategie des Versorgers für die nächsten Jahre sind lt. Müllner der Bau von ökologischen Wärmeanlagen und der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts. "Unser Stadtwerk setzt auf ökologische Nahwärme und baut diesen Bereich konsequent aus". Große Wärmeanlagen entstehen zudem in Friedrichshafen und in Überlingen-Nußdorf. Zudem gab es eine Auszeichnung und Förderzugsage für ein Projekt, bei dem das nördliche Stadtgebiet von Friedrichshafen mit Industrie-Abwärme geheizt werden soll.

Beim Thema E-Mobilität fördert das Stadtwerk inzwischen über 500 E-Bikes. Das Ladesäulen-Netz werde im Zusammenhang mit dem Projekt "Emma" – E-Mobilität mit Anschluss – ausgebaut.

Die Kundenkarten würden sich zunehmender Beliebtheit erfreuen: Ihre Zahl stieg lt. Müllner von 8600 im Vorjahr auf über 11 000. "2014 haben die Kundenkartenbesitzer insgesamt 3 Mio. Parkminuten erlassen bekommen", ergänzt der Geschäftsführer. Seit diesem Jahr gebe es weitere Vorteile für die Kunden. Dazu gehört eine Unterstützung beim Kauf von E-Bikes, E-Rollern und weißer Ware sowie bei der Umrüstung auf eine moderne Heizungspumpe mit mit bis zu 100 €.  Bei Partnern der SWSee erhalten die Kunden bis zu 8 € Preisvorteil, wenn sie ihre Karte vorzeigen.

Dem Oberbügermeister Brand liegen vor allem die Verkehrsbetriebe am Herzen: Der Katamaran habe mit 473 000 Fahrgästen mit neuen Höchstwerten abgeschlossen. Damit hat das Schnellschiff zwischen Friedrichshafen und Konstanz den bisherigen Höchstwert um fast 10 % übertroffen. Mit 300 000 € Minus liege das Defizit auf einem Rekord-Niedrigstand.

Der Stadtverkehr habe ein neues Linienkonzept im Dezember eingeführt. Auch hier herrsche Zufriedenheit: Mit 3,6 Mio. Fahrgästen blieb die Zahl konstant. Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn habe nochmals leicht zugelegt. Mit über 5000 Fahrgästen durchschnittlich an Werktagen habe man hier einen neuen Rekord erreicht. (sg)