Gewinn der Steag bricht ein

Der fünftgrößte deutsche Stromproduzent Steag hat 2011 nur noch 28 Mio. € Vorsteuergewinn gemacht.

2010 waren es laut Unternehmenswebsite noch 257 Mio. € gewesen. Aufsichtsratschef Dr. Hermann Janning, Chef der Stadtwerke Duisburg, führte den Gewinneinbruch gegenüber der "Rheinischen Post" (Düsseldorf) auf den Sondereffekt der Bauverzögerungen beim Kohlekraftwerksblock Walsum 10 zurück. Wie berichtet muss der Block wegen minderwertigen Stahls für eine dreistellige Millionensumme umgerüstet werden. Er belaste aber weder das Stadtwerke-Konsortium, das zunächst 51% der Steag-Aktien hält, noch die dahinterstehenden Stadtsäckel und mittelfristig auch nicht die Steag selbst, so Janning. Im Kaufvertrag habe der Noch-49%-Eigner Evonik die Risiken aus Walsum 10 auf sich genommen; entsprechende Belastungen werde die Steag in den nächsten zwei Jahren von Evonik zurückholen. Aber es werde auch mit dem Generalunternehmer Hitachi Gespräche geben. Die Steag werde schon dieses Jahr ein "gutes" Ergebnis einfahren. Walsum 10 gehe nach Stand der Dinge im September 2013 ans Netz.

 

Janning warnte in dem Interview: "Im nächsten Winter drohen Blackouts, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Dann fehlt uns konventionelle Kraftwerkskapazität." Es gelte, den "ungebremsten" Anstieg der Erneuerbaren zu stoppen; "der Einspeisevorrang muss fallen". Der Stadtwerke-Chef, auch Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) sprach sich für staatliche Anreize gegen das Abschalten alter Kraftwerke aus. (geo)