Mit einem 23 m langen Spezialtransport wurde der 80 t schwere Transformator mit 63 MVA in der Nacht zum 16. Juli 15 in Freiburg angeliefert. Bild: Badenova

Neuer Großtrafo für Freiburgs Stromversorgung

Ein neues Aggregat mit 63 MVA macht die innerstädtische Versorgung sicher und das Stromnetz fit für die Zukunft.

Das Freiburger Umspannwerk Schossbergring bekommt einen neuen Großtrafo. Mit einem 23 m langen Spezialtransport wurde der 80 t schwere Transformator in der Nacht zum Donnerstag (16. Juli 15) angeliefert. Er ist mit 63 MVA der größte, leistungsstärkste Trafo, den Badenova bzw. die Netztochter BN-Netze je eingebaut hat.

Das Umspannwerk Schlossbergring und das Umspannwerk Ferdinand-Weiß-Straße sind die "Herzstücke" der Freiburger Stromversorgung: In beiden Umspannwerken stehen dafür insgesamt vier 110-kV-Großtransformatoren zur Verfügung. Einer der alten Transformatoren wurde am 30. Juni mit einem Schwertransporter abtransportiert und macht Platz für den deutlich größeren, leistungsstärkeren Transformator mit 63 MVA. Zusammen mit anderen Maßnahmen und Anlagenteilen, u. a. der Tonfrequenzrundsteuerung (z. B. zur Steuerung der Tarifschaltgeräte in den Haushalten oder der öffentlichen Beleuchtung), summiert sich die Gesamtinvestition auf 1 Mio. €.

Insgesamt hat Badenova bzw. BN-Netze in den vergangenen fünf Jahren knapp 5 Mio. € in das Umspannwerk Schlossbergring investiert. 2013/2014 wurde z. B. die 20 kV-Anlage für 1,90 Mio. € ertüchtigt. Ein Leistungszuwachs ist u. a. auch deshalb nötig, weil der betreffende innerstädtische Bereich stetig mehr Leistung benötigt und für die Zukunft gerüstet sein soll. Einige Zahlen die Gesamtstadt betreffend belegen die Zunahme des Bedarfs: Während Freiburg 1960 noch mit 70 MW auskam, waren es im Jahr 2000 ca. 184 MW. Aktuell besteht ein Bedarf von rd. 200 MW. Große Objekte, u. a. der Hauptbahnhof oder die Einkaufspassage Schwarzwaldcity, sowie jüngst neu erschlossene Flächen wie z. B. das ehemalige Güterbahngelände oder der neue Komplex im Bereich Unterlinden/Rotteckring, haben dazu geführt, dass der Bedarf an Strom in der Stadt gestiegen ist. Auch der nachträgliche Einbau von Klimaanlagen sowie die große Menge an Computertechnologie tragen dazu bei, dass die Bedarfsseite wächst.

Das "UW Schlossbergring" entstand ursprünglich 1975 als hochmodernes 110/20 kV-Umspannwerk, mit dem der Badenova-Vorgänger FEW glaubte, die Stromerzeugung Freiburgs auf Jahrzehnte sichergestellt zu haben. Damit der neue 110-kV-Großtrafo eingebaut werden kann, war eine Ziegelwand des Gebäudes zu öffnen – die anderen Transformatoren in den weiteren sechs Freiburger Umspannwerken stehen im Freien. Sobald der Transformator eingebaut ist, wird die Originalfassade wiederhergestellt.

Im Teilgebiet Freiburg betreibt Badenova sieben Umspannwerke, über die elektrische Energie aus den 110-kV-Hochspannungsnetzen in die örtlichen 20-kV-Verteilnetze weiter geleitet wird. Zum Versorgungsnetz in Freiburg gehören rd. 15 000 km Niederspannungsleitungen, 500 km Mittelspannungsnetz und 21 km Hochspannungsnetz. Badenova betreibt zur Stromversorgung Freiburgs 683 eigene Trafostationen, 12 eigene Schalthäuser und 12 eigene Großtransformatoren (von 110 auf 20 kV) sowie die Verbundleitwarte in der Ferdinand-Weiß-Straße, über die das gesamte Netz überwacht und gesteuert wird. (al)