Frische Ideen aus dem alten Bad

Im alten Ludwigshafener Hallenbad Nord lagert Löschwasser fürs Müllheizkraftwerk. © GML

Die strategische Neuausrichtung des Vertriebs beginnt sich auszuzahlen: Dr. Hans-Heinrich Kleuker, Kaufmännischer Vorstand von TWL, und Dr. Reiner Lübke, Technischer Vorstand von TWL vor dem ehemaligen Hallenbad Nord in Ludwigshafen-Friesenheim. Hier sollen im Laufe des Jahres Start-ups ihre Arbeit aufnehmen. © TWL

TWL aus Ludwigshafen gründet Accelerator für Start-ups. Dazu wird das alte Hallenbad umgebaut. Der Name ist Programm: „Freischwimmer“.

Das ehemalige Hallenbad Nord im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim soll ein Sprungbrett für neue Ideen werden. Unter dem Namen „Freischwimmer“ gründen die TWL aus Ludwigshafen einen Accelerator für Start-up-Unternehmen. Existenzgründer vor allem aus den Themenbereichen Energie und Dienstleistungen sowie moderne Stadtkonzepte und Mobilität finden dort bald einen kreativen Arbeitsplatz und die nötige Infrastruktur. Dafür wird TWL das Gebäude zunächst umbauen.

Im Sommer 2017 sollen die ersten Start-ups einziehen. Die TWL wollen weit mehr als nur ein Büro bieten. „Freischwimmer“ soll eine Plattform zum Austausch der Gründer untereinander sein. Der Energieversorger bietet den Start-ups unterschiedliche Modelle an. Von der Anmietung moderner offener Büroflächen über Mentoring- und Beratungsdienstleistungen bis hin zur finanziellen Beteiligung sei alles möglich. In der engsten Form, dem Accelerator, erwirbt TWL Anteile an den Start-ups und fördert sie über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr. Umgekehrt wird TWL ebenfalls profitieren: „Wir können von Start-ups lernen, Themen anders anzugehen, flexibler und schneller zu werden und neue Produkte gezielter gemäß den Bedürfnissen unserer Kunden weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Hans-Heinrich Kleuker, Kaufmännischer Vorstand von TWL.

Neue Tochter arbeitet wie Start-ups

TWL wird zudem die neue Tochtergesellschaft „TWL Plus“ gründen. Diese Tochter soll wie ein Start-up aufgebaut sein und ebenfalls im alten Hallenbad untergebracht werden. TWL will Mitarbeiter zeitlich begrenzt von ihren Aufgaben im Unternehmen freistellen, um sich im innovativen Umfeld ganz auf die Entwicklung neuer Geschäftsideen konzentrieren zu können.

Das Gebäude des Hallenbads, das die TWL nun kaufen, gehört seit drei Jahren der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft, die im Schwimmbecken den Löschwasservorrat für ihr Müllheizkraftwerk lagert. Das soll auch künftig so bleiben. Beim Umbau sollen die für den Denkmalschutz relevanten Elemente erhalten bleiben – schließlich soll der Charakter des 60 Jahre alten Hallenbads erhalten werden. (wa)