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SW Freiburg: Riesiges Investitionspaket sprengt Budget

Die Stadtwerke Freiburg schreiben rote Zahlen und das wird die nächsten Jahre auch so bleiben. Der mehrjährige Stadtbahnausbau schlägt ordentlich zu Buche.

Die Stadtwerke Freiburg (Stw) gehen mit einem Minus von 3,5 Mio. Euro aus dem Geschäftsjahr 2017. Dabei ist das negative Finanzergebnis geprägt durch die Tochterunternehmen der Holding. Allein die Freiburger Verkehrsgesellschaft (VAG) machte ein Minus von 19,2 Mio. Euro. Hinzu kommen Verluste der Bäderbetriebe in Höhe von 4,5 Mio. Euro  und ein Minus von 200 000 Euro, das auf das Konto des Flugplatzes Freiburg- Breisgau (FFB) geht. Kompensiert werden all die Fehlbeträge durch die Beteiligung an dem Freiburger Regionalversorger Badenova (32,8 Prozent) – 18,1 Mio. Euro wurden an die Stadtwerkeholding ausgeschüttet.

Das Ausbauprogramm „Stadtbahn 2020“ fraß vergangenes Jahr ein Riesenloch in das Budget der VAG: Obwohl der Umsatz der Verkehrsbetriebe von gut 2,5 Mio. Euro auf 60,6 Mio. Euro gestiegen ist, fehlen unterm Strich 19,2 Mio. Euro in der Kasse. Seit knapp drei Jahren bauen die Freiburger eine neue Stadtbahn-Linie auf. Neben dem 1,9 Kilometer langen, neuen Streckenabschnitt (Kronenstraße – Rotteckring – Siegesdenkmal) werden fünf neue Haltestellen, Fußgängerzonen und Fahrradstraßen geschaffen. Insgesamt wird die „Stadtbahn 2020“ über 66 Mio. Euro kosten. Dabei werden zirka 23,5 Mio. Euro von einer Bundesförderung gedeckt, sowie weitere 9,8 Mio. Euro vom Land Baden-Württemberg übernommen. Die Stadt und die VAG müssen jedoch immer noch gut 33 Mio. Euro selbst stemmen.

Mehr Fahrgäste steigern Umsatz

Neben all den Kosten sorgt die Ausbauoffensive allerdings auch für erste Umsatzsteigerungen: Die 2015 in Betrieb genommene „Stadtbahn Messe“ spülte eine knappe Mio. Euro Umsatz in die Kassen der VAG. Zudem transportierten die Freiburger Busse und Bahnen rund 1,7 Mio. Fahrgäste mehr als im Vorjahr – eine Steigerung von rund 2,2 Prozent. Voraussichtlich im Frühjahr 2019 werden die ersten Bahnen auf der noch im Bau befindlichen Innenstadtlinie unterwegs sein. So hat die Verkehrsgesellschaft bereits sechs neue Bahnwagen des Typs Urbos 100 angeschafft.

In Anbetracht des Mammutprojekts rechnen die Stadtwerke Freiburg die nächsten Jahre mit roten Zahlen. Die Stadt als Gesellschafterin hat dementsprechend für das vergangene Geschäftsjahr und vorgezogen für 2018 eine Einzahlung in Höhe von 10 Mio. Euro in die Kapitalrücklage der Stw getätigt. (ls)