Demand-Side-Management in Unternehmen

Bisher vermarkten Unternehmen die Potenziale zur Lastverschiebung ihres Stromverbrauchs kaum, so die Dena. Ein Projekt in Bayern soll das ändern.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Deutsche Energie-Agentur (Dena) haben ein Pilotprojekt gestartet, das untersucht, wie die Stromnachfrage in Unternehmen flexibler gestaltet werden kann. Das Projekt wird die Potenziale in verschiedenen Branchen ermitteln. Rund zwei Dutzend Unternehmen sollen in der Praxis erproben, wie sie ihren Stromverbrauch an die Lage im Energiesystem anpassen, ihre Energiekosten senken und zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf ihrer Potenziale zur Lastverschiebung erwirtschaften.

Je nach hohem oder niedrigem Stromangebot aus Wind- und Photovoltaikanlagen können Industrieunternehmen ihre Nachfrage verlagern. Diese gezielten Laständerungen werden entsprechend verschiedener Preismodelle vergütet, das heißt für Unternehmen eröffnet sich hier ein neues Geschäftsfeld. Erste spezialisierte Dienstleistungsunternehmen stehen bereit, Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Potenziale zur Lastverschiebung zu unterstützen.

Stephan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, verweist darauf, dass die Unternehmen die Flexibilisierungspotenziale ihres Stromverbrauchs bisher kaum vermarkten. Lastmanagement werde allenfalls als Mittel zur Reduktion der eigenen Nachfragespitze eingesetzt: "In praktisch allen Branchen gibt es Potenziale. Auch mehrere kleinere flexible Lasten können gemeinsam vermarktet werden. In den Unternehmen, insbesondere in kleinen und mittleren, ist das kaum bekannt. Deshalb ist es gut, wenn Bayern hier vorangeht. Von den Erfahrungen werden Unternehmen bundesweit profitieren."

Aufbauend auf den Ergebnissen der analysierten Praxisbeispiele will die Dena im Rahmen des Projekts Hilfsmittel entwickeln, die anderen Unternehmen den Einstieg in das Lastmanagement erleichtern sollen, wie beispielsweise einen Leitfaden, Checklisten oder Vertragsvorlagen für die Einbindung von Dienstleistern. Darüber hinaus wird die Dena eine Strategie entwickeln, wie der Markt für Lastmanagement mittelfristig weiter ausgebaut werden kann. (sg)