Gas und Trinkwasser in kommunaler Hand

Zweckverband Ostholstein kauft Geschäftsanteile an ZVO Energie GmbH zurück.

Bei ihrer gestrigen Sitzung hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO) den Rückkauf der Geschäftsanteile an der ZVO Energie GmbH von der Stadtwerke Kiel AG beschlossen. Bislang ist der ZVO mit 50,1 Prozent Mehrheitsgesellschafter an dem Gas- und Trinkwasserversorger aus Ostholstein und übernimmt nun auch die übrigen 49,9 Prozent der Unternehmensanteile. Vollzogen werden soll der Rückkauf noch in diesem Jahr, so dass das Tochterunternehmen – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein – ab dem 1. September 2016 wieder in rein kommunaler Hand sein wird.

"Wir begrüßen die Entscheidung der Verbandsversammlung", so ZVO-Vorsteherin Gesine Strohmeyer. "Es ist eine Chance, die Energie- und Trinkwasserversorgung in der Region wieder in die eigene Hand zu nehmen und sie nach den Bedürfnissen vor Ort zu gestalten und weiter zu entwickeln." Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG, bedankt sich für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren: "Seit 2004 verbindet uns mit der ZVO Energie GmbH eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die ich während meiner Zeit als sehr vertrauensvoll wahrgenommen habe", und erklärt weiter, dass für die Stadtwerke Kiel das geplante Gasmotorenheizkraftwerk zur Sicherung der Kieler Fernwärmeversorgung unternehmerisch im Fokus stehe und der Verkauf der ZVO-Beteiligung einen Beitrag zur Finanzierung des 290 Millionen Euro teuren Projekts darstelle.

Mit dem Gewinn an Eigenständigkeit kann sich das Unternehmen voll auf seine Kernregion und die Herausforderungen im ländlichen Bereich konzentrieren. Dazu soll der kommunale Einfluss der Verbandsgemeinden auf die Unternehmensausrichtung gestärkt werden. "Die ZVO Energie GmbH ist ein wirtschaftlich kerngesundes Unternehmen, das in der Region gut aufgestellt ist", erklärt Strohmeyer. Die Zahl der Erdgas-Netzanschlüsse liegt bei über 24 000. (al)